Der Druck wirkt: Gemeinsam stoppen wir den Pflegenotstand

Von Thomas Michaelis

Am 15. September 2018 fand eine öffentliche Diskussion der LAG betrieb&gewerkschaft statt. Mit Susanne Schaper, MdL, gesundheitspolitische Sprecherin; Dorit Hollasky, Sozialarbeiterin im Städtischen Klinikum Dresden, und Andre Urmann, Gewerkschaftssekretär, ver.di Chemnitz-Erzgebirge, saßen fachkundige Personen im Podium. Die TeilnehmerInnen tauschten Erfahrungen aus und diskutierten die vielseitigen Auswirkungen des Personalmangels in der Pflege in den Krankenhäusern und der Altenpflege. Es wurde hervorgehoben, dass unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung und der Tatsache, dass etwa 70 Prozent der zu Pflegenden zu Hause betreut werden, der häuslichen Pflege durch Angehörige mehr Aufmerksamkeit zu schenken ist. Dabei geht es um Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Finanzierung der pflegenden Angehörigen und des beruflichen Ausstiegs bzw. Wiedereinstiegs danach.

Der Vertreter von ver.di hob hervor, dass noch mehr Druck durch eine Verbesserung des Organisationsgrades der Beschäftigten erreicht werden kann. Susanne Schaper sprach an, dass nicht nur die Situation des Pflegepersonals, sondern auch die weiterer Berufsgruppen des mittleren medizinischen Personals in der politischen Arbeit berücksichtigt werden muss. Als wichtiger Aspekt wurde die Lohnangleichung zwischen Ost und West benannt. Der Unterschied beträgt bis zu 23 Prozent. Bis zum Jahr 2030 fehlen in Sachsen 60.000 zusätzliche Pflegekräfte. Erneut wurde eine solidarische Pflegeversicherung eingefordert.

Im Anschluss fanden Wahlen statt. Als LandessprecherInnen wurden Marianne Küng-Vildebrand, Dorit Hollasky, Uwe Kluge und Thomas Michaelis gewählt. Torsten Steidten vertritt uns im Landesrat. In einem Beschluss wird die Einbindung des Themas „Pflege/Gesundheit“ in die Regionalkonferenzen und den Landtagswahlkampf 2019 vorgeschlagen. Als LAG unterstützen wir die Diskussion eines neuen Vergabegesetzes. Auch die Digitalisierung der Arbeit ist für uns ein wichtiges Thema.