Größte Panzerschlacht der Geschichte

Vor 75 Jahren brach die Schlacht im Kursker Bogen der Hitler-Wehrmacht endgültig das Genick. Von Winfried Steffen

Nach der katastrophalen Niederlage in der Stalingrader Schlacht, die Anfang Februar 1943 endete, unternahm die Hitlersche Führung den verzweifelten Versuch, mit einer Offensive am Mittelabschnitt der Ostfront – aus dem Kursker Bogen heraus – die militärische Initiative im Vernichtungskampf gegen die Sowjetunion wieder zu erlangen.

Dazu wurde die als „Zitadelle“ bezeichnete Militäroperation von der Naziführung monatelang vorbereitet, bevor am 5. Juli 1943 mit den bestausgerüsteten und kampferfahrendsten Verbänden der deutschen Wehrmacht die Offensive im Kursker Bogen begonnen wurde. Im Vorfeld hatte Hitler verkündet: „Der Sieg bei Kursk muss für die Welt wie ein Fanal wirken.“ 2.700 Panzer und Sturmgeschütze sowie 1.400 bis 1.800 Flugzeuge wurden dafür konzentriert.

Die lange Vorbereitung der Operation „Zitadelle“ war der sowjetischen Militärführung nicht entgangen. Die Naziführung konnte sich auf kein Überraschungsmoment wie in den Kriegsjahren zuvor stützen und bereitete sich ihrerseits mit starken Kräften auf die Schlacht im Kursker Bogen vor. So kam es zu einem Kampf von nie dagewesener Härte, einschließlich der größten Panzerschlacht der Geschichte.

Nach Anfangserfolgen scheiterte die Operation „Zitadelle“ und bereits am 12. Juli 1943 setzte die sowjetische Gegenoffensive ein. Am 13. Juli befahl Hitler den Abbruch der deutschen Offensive. Am 10. Juli hatte die Landung der westalliierten Verbände auf Sizilien begonnen. Eiligst wurden Truppenverbände von der sowjetisch-deutschen Front nach Italien verlegt, um einem raschen Vorstoß in Richtung Deutschland zu entgehen.

In der Folgezeit erlitt die deutsche Wehrmacht im Kursker Bogen hohe Menschen- und Materialverluste und verlor große Industriezentren und Agrargebiete, die 1941 und 1942 erobert worden waren. Die Naziführung verlor unwiderruflich die militärische Initiative. Damit wurde der deutschen Wehrmacht endgültig das Genick gebrochen. Es entstanden günstige Bedingungen für die gemeinsamen Kampfhandlungen der Antihitlerkoalition, die im Mai 1945 in der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands mündeten.

Während der Schlacht im Kursker Bogen, am 12./13. Juli 1943, wurde in Krasnojarsk (Gebiet Moskau) auf Initiative des Zentralkomitees der KPD von kriegsgefangenen Soldaten und Offizieren, antifaschistisch eingestellten Arbeitern, Bauern und Angehörigen der Intelligenz, KPD-Reichstagsabgeordneten, Gewerkschaftsfunktionären, fortschrittlichen Schriftstellern und Christen beider Konfessionen das Nationalkomitee „Freies Deutschland“ gegründet mit dem Hauptziel, die Hitlerregierung zu stürzen und den Krieg zu beenden.