Ausbildungsstätten beim Sachsenforst bleiben

Von Felix Muster

Schon im November 2017 machte die für die Forstarbeiter zuständige Gewerkschaft IG BAU in einer eigens dafür organisierten Podiumsdiskussionsveranstaltung in Tharandt darauf aufmerksam, dass nicht wenige der betrieblichen Ausbildungsstätten des Staatsbetriebes Sachsenforst auf der Kippe stünden. Diese würden aber nach wie vor dringend gebraucht. Tatsächlich liegt der jährliche Bedarf an neuen Forstwirten in Sachsen allein beim Staatsforst bei etwa 20, die altersbedingt ersetzt werden müssen. Hinzu kommen die Bedarfe in privaten Forstbetrieben. Noch während der Veranstaltung sagte der sächsische CDU-Fraktionsvertreter von Breitenbuch zu, sich für den Erhalt aller acht Ausbildungsforstbezirke beim zuständigen Ministerium einsetzen zu wollen, was nach derzeitigem Stand der Dinge und nicht zuletzt auch auf Drängen der Lobbykreise der privaten Waldbesitzerverbände wohl auch gelang.

Am Rande der Veranstaltung luden die Azubis die Abgeordneten der Fraktionen ein, sich selbst auch einmal ein Bild von den Ausbildungsbetrieben zu machen. Dieser Einladung war nun Kathrin Kagelmann als Fachsprecherin der Linksfraktion gefolgt und besuchte, jeweils von den Wahlkreisabgeordneten Janina Pfau und Jana Pinka begleitet, die überbetriebliche Forstausbildungstätte in Morgenröthe (Voglandkreis) sowie die betriebliche Ausbildungsstätte in Flöha (Mittelsachsen). Die Parlamentsvertreter der Linksfraktion Sachsen waren die einzigen, die der Einladung bislang gefolgt waren. Dies wurde mehrfach betont und gewürdigt.

Besonders eindrucksvoll war der Harvester-Simulator, an dem die Auszubildenden sich mit Übungsstunden auf die vollmechanisierte Holzernte spezialisieren können (im Bild Kathrin Kagelmann). Mittlerweile werden 80 Prozent der Erntemaßnahmen auf diese Weise durchgeführt, dies ist jedoch nicht unumstritten. Waldarbeiter betonen die deutlich verbesserte Sicherheit und den Rückgang der Zahl tödlicher Unfälle, Naturschützer und Waldspaziergänger beklagen sich jedoch über zunehmende Bodenverdichtung und zerfahrene Waldwege. Zur Ausbildung wurde hervorgehoben, dass sie sehr facettenreich und vielfältig ist und genügend Flexibilität für eine Vielzahl an möglichen Arbeitsfeldern bietet. So beteiligen sich die Azubis auch an Naturschutzprojekten, um eine gewisse Sensibilität für Umwelt- und Naturschutzaspekte zu erlangen. Angemahnt wurde aber auch das geringe Anerkennung des Berufs der Waldarbeiter/innen in der Gesellschaft und die teilweise schlechteren Arbeitsbedingungen bezüglich der Ausstattung mit Werkzeugen und Dienstwagen gegenüber privaten Forstbetrieben. Auch der bauliche Zustand der vom staatlichen Immobilienbetrieb SIB verwalteten Ausbildungsstätten wurde kritisiert. Zumindest was die überbetriebliche Ausbildungsstätte in Morgenröthe betrifft, ist Besserung in Sicht. Diese soll laut Haushaltsplanung in Bad Reiboldsgrün (Vogtlandkreis) in etwa vier Jahren ihr neues Domizil in einem ehemaligen Klinikkomplex bekommen, zuzüglich Neubauten und einem eigenen Maschinenpark.