Die Partei queer machen!

SachsensLinke sprach mit dem Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft DIE LINKE. queer in Sachsen, Anton Hörtels.

Anton, du bist jetzt seit bald zwei Jahren Sprecher der LAG. Wie viele seid ihr eigentlich?

Die LAG besteht zurzeit aus 41 Mitgliedern der Partei und Sympathisant*innen und zählt damit zu einer der stärksten Zusammenschlüsse in der sächsischen LINKEN. Das freut mich, da es zeigt, dass das Thema Vielfalt und Queer den Menschen wichtig ist.

Und was sind eure Schwerpunkte als Landesarbeitsgemeinschaft queer?

Aktuell koordinieren und planen wir unser Engagement zu den vier sächsischen Christopher-Street-Days in Dresden, Pirna, Chemnitz und Leipzig. Dazu zählt nicht nur die Teilnahme an den CSDs selbst mit einem Stand oder einem Fahrzeug. Wir bereiten auch inhaltliche Veranstaltungen oder das Material zum Verteilen vor. Das ist relativ viel Arbeit, die vor Ort häufig ehrenamtlich organisiert wird. Gerne würden wir noch mehr machen, aber viele unserer aktiven Mitglieder sind in andere Aufgaben in der Partei eingebunden. Ich selbst war lange in der Linksjugend aktiv und bin Mitglied im Landesrat.

Als LAG queer seid ihr sicher auch mit der Bundesarbeitsgemeinschaft queer vernetzt?

Selbstverständlich. Wir nehmen als LAG queer regelmäßig mit unseren Delegierten an den Bundesdelegiertenkonferenzen teil. Da wurde bei der letzten mit Barbara Höll nicht nur eine sächsische Genossin zur Bundessprecherin wiedergewählt, sondern wir haben auch die Bundestagsfraktion aufgefordert, wieder eine*n queerpolitische*n Sprecher*in zu berufen, da der vorherige Sprecher ausgeschieden ist und es für die Queerpolitik als Querschnittsaufgabe eine*n nach außen wirkende*n Ansprechpartner*in benötigt. Letztendlich hat dann Doris Achelwilm aus Bremen diesen Bereich übernommen. Auch mit ihr hat die Vernetzung geklappt und wir konnten sie so für einen Beitrag in dieser Ausgabe gewinnen.

Im Programm der Linken gibt es doch ein klares Bekenntnis für Sexuelle Vielfalt und Selbstbestimmung. Warum ist eure Arbeit in der Partei so wichtig?

Es mag sein, dass DIE LINKE für eine emanzipatorische Politik steht, die die unterschiedlichen Lebensweisen berücksichtigt und unterstützt. Das ist vielleicht aber noch nicht bei jeder*m Genoss*in angekommen. Schließlich haben wir immer noch Debatten darüber, warum „gendern“ wichtig ist, also keiner Person in Text und Sprache von vorhinein ein Geschlecht zuzuordnen, sodass sich alle angesprochen fühlen können.

Was wünscht du dir fürs nächste Jahr?

Ich wünsche mir die rechtliche Gleichstellung in allen Lebensbereichen für LSBTIQ*, sei es die künstliche Befruchtung für Lesben oder die Abschaffung des sogenannten Transsexuellengesetzes. Das ist schließlich keine Frage von Minderheiten, sondern von Menschenrechten. Die Situation von LSBTIQ* wird in Sachsen 2019 aber nicht einfacher. Ganz im Gegenteil. Die rechtskonservativen zum Teil LSBTIQ*-feindlichen Kräfte scheinen zuzulegen. Das macht das Thema umso wichtiger.

Was muss man machen, um bei euch Mitglied zu werden?

Die Hürden sind relativ niedrig. Es reicht eigentlich schon, sich bei anderen Mitgliedern oder aber in der Landesgeschäftsstelle zu melden, das wird dann entsprechend weitergeleitet. Zur Mitarbeit in der LAG ist auch keine Parteimitgliedschaft nötig.

Du willst Mitglied in der LAG queer in der LINKEN Sachsen werden? Dann schreibe eine Mail an ag.queer@dielinke-sachsen.de!