Gedenktafel erinnert an Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge bei der Astra-Werke AG Chemnitz

Von Michael Leutert

Mit einer Spende in Höhe von 500 Euro unterstützt der Fraktionsverein der LINKEN Bundestagsfraktion die Anbringung einer Tafel zum Gedenken an Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge der Astra-Werke AG Chemnitz. Sie findet ihren Platz am ehemaligen Werksgebäude auf der Altchemnitzer Straße 41, dem heutigen Sitz der Sächsischen Landesdirektion. Mit der Gedenktafel wird an das Leid der Menschen, die in der Astra-Werke AG für die Rüstungsmaschinerie der Nazis ausgebeutet wurden, und somit auch an die Gräuel des Nationalsozialismus erinnert.

Die 1921 gegründete Astra-Werke AG produzierte Rechen- und Buchungsmaschinen und ab 1938 verschiedene Rüstungsgüter. In der Produktion waren zahlreiche Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene, Gefängnis- und KZ-Häftlinge eingesetzt. Die Zahl ausländischer Arbeitskräfte lag gegen Ende des Jahres 1944 bei 1.125. Außerdem bestand bei der Astra-Werke AG ein Außenlager des KZ Flossenbürg mit 510 weiblichen Häftlingen. Im selben Jahr wurde das Unternehmen als „Nationalsozialistischer Musterbetrieb“ ausgezeichnet. Zu diesem Zeitpunkt lag der Anteil von Rüstungserzeugnissen im Betrieb bei über 80 Prozent. Schon vor 1944 erhielt das Unternehmen für sein vorbildliches Wirken im Sinne des Nationalsozialismus Leistungsabzeichen und „Gaudiplome“ – alles mittels rücksichtsloser Ausbeutung der Zwangsarbeiter und Häftlinge, die unter schwersten Bedingungen, bei täglicher Gewalt und drakonischen Bestrafungen produzieren mussten.

Die Anbringung der Gedenktafel am ehemaligen Gebäude Werk I ist für April geplant und wird das Handeln der Astra-Werke AG in der Zeit von 1933 bis1945 in das öffentliche Bewusstsein rufen. Ich freue mich sehr, dass ich mit dem Fraktionsverein die Umsetzung dieses wichtigen Projektes unterstützen konnte. Bedanken möchte ich mich bei Dr. Hans Brenner aus Zschopau und Dietmar Wendler aus Chemnitz von der Initiative „Historischer Atlas Sachsen 1933-1945“ für ihre umfangreiche historische Forschung und ihren Beitrag zur Aufarbeitung der Geschehnisse in der Astra-Werke AG und der Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus.