Odetta

Odetta

Jens-Paul Wollenberg über eine große Sängerin, die große Sängerinnen und Sänger geprägt hat Sie gilt immer noch als die Folkikone Nordamerikas, obwohl sie sich stets gegen solche Titel sträubte. Sie verstand sich vielmehr als politisch engagierte Protagonistin, die sich genreübergreifend in keine Schublade stecken ließ. In den Fünfzigern begann ihre musikalische Karriere mit einem Repertoire,




Preisstifter Reimanns Vermächtnis: Fördert junge kritische Köpfe

Von Manfred Neuhaus Bei den sächsischen Luxemburgianern gehört es zum Konsens, junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu fördern. Dass aus einer schönen Idee identitätsstiftende Realität wurde, ist dem Vermächtnis eines außergewöhnlichen Mannes zu verdanken ? Günter Reimann. 1904 als Hans Steinicke geboren, wird der Angermünder Kaufmannssohn in Berlin Augenzeuge der Novemberrevolution, Rosa Luxemburg fasziniert ihn bis




Die Lugauer Grubenkatastrophe und die Arbeiterbewegung

Heino Neuber über Unglück auf der „Neuen Fundgrube“ in Lugau 1867, das eine gesellschaftspolitische Wirkung entfaltet hat Am 31. März 1971 wurde der letzte Hunt mit Kohle aus der Steinkohlenlagerstätte Lugau-Oelsnitz gefördert. Damit hatte eine 127 Jahre währende Bergbautätigkeit, die nach der Entdeckung der Lagerstätte 1831 mit der ersten Kohleförderung am 7. Januar 1844 begann,




Was unsere Fleischeslust mit Tierseuchen zu tun hat

Von Kathrin Kagelmann Hysterie bestimmt die gesellschaftlichen Debatten in der Gegenwart – warum sollte das Parlament davon verschont bleiben! Im Agrarbereich sind es momentan Tierseuchen, auf welche die Regierung mit Aktionismus antworten zu müssen meint. Erst im Frühsommer 2017 haben wir die Vogelgrippe überstanden und wir streiten noch immer um Ursachen und wirksame Instrumente der




Der GroKo-Vertrag verliert sich im KleinKlein

Von Katja Kipping Koalitionsverträge sind – wie so vieles im Leben – Kompromisse. Was aber nun als Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD vorliegt, ist ein Vertragswerk von jener Sorte, das noch den gierigsten Notar dazu triebe, seine werte Kundschaft zu fragen, ob sie nicht lieber ein paar Runden Mau Mau spielen wollen statt ihm seine




Beitritt als Unterwerfungsakt

Von Prof. Dr. Kurt Schneider Das von Günter Benser verfasste Kompendium ist eine Bestandsaufnahme der Auswirkungen des Beitritts der DDR zum Geltungsbereich der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990. Während sich die um Bundeskanzler Helmut Kohl gescharrten Akteure der Herstellung der staatlichen Einheit Deutschlands, aber auch die heutigen Tonangeber gebetbuchartig darauf berufen, dass




Fahrverbote treffen die Falschen

Von Antje Feiks Diesel-Fahrverbote sind grundsätzlich möglich, urteilte das Bundesverwaltungsgericht. Dieselfahrzeugen, die Abgasnormen nicht einhalten, droht das Einfahrverbot in Innenstädte. Betroffen davon ist jedoch nicht die Automobilindustrie, die durch Betrug vorgaukelte, saubere Dieselautos zu verkaufen. Auch nicht die Politik, die durch mangelhafte Normen und Kontrollen die Automobilhersteller gewähren ließ. Betroffen sind die Fahrzeughalter: Einheimische, TouristInnen,




Start ins Karl-Marx-Jahr-2018

Von Marcus Boës „Es ist nicht das Bewusstsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewusstsein bestimmt.“ (Karl Marx, 1859) Welche Brisanz in diesen Worten steckt, führt uns die Gegenwart Tag für Tag vor Augen. Das Sein, die Lebenswelt der Menschen, ihre Erfahrungen sind es, die Entscheidungen und Zukunft prägen.




Vor 85 Jahren: Der „Tag von Potsdam“

Von Winfried Steffen Am 30. Januar 1933 hatte Reichspräsident von Hindenburg Adolf Hitler, den Führer der stärksten Partei im Reichstag, zum Reichskanzler ernannt und mit der Regierungsbildung beauftragt. Diese war seit 1919, der Gründung der Weimarer Republik, die einundzwanzigste. Hitlers Machtergreifung war legal erfolgt. Wenn diese in Berlin und vielen deutschen Städten mit mächtigen Aufmärschen




Warum tunesische Jugendliche in Boote steigen

Von Ralf Richter Es geschehen manchmal Dinge in Dresden auf engstem Raum, die man nicht für möglich halten sollte. Die Dresdner Neustadt ist ein alternatives Viertel, da passen die Rosa-Luxemburg-Stiftung und das Büro der Vorsitzenden der Linkspartei Katja Kipping hervorragend hin. Vor einigen Jahren hat sich keine 50 Meter entfernt eine „Kosmotique“ angesiedelt: Junge engagierte