Keine Angst vor Neuwahlen

Von Antje Feiks

Kaum ist der neue Bundestag gewählt, sind die letzten Plakate eingeholt, steht schon wieder alles auf der Kippe. CDU, Grüne und FDP konnten sich nicht auf eine Koalition einigen, die FDP in Person von Christian Lindner hat den Ausstieg gewählt. Die SPD, eigentlich nicht am Verhandlungstisch und durch ihren Vorsitzenden am Wahlabend auf Opposition eingeschworen, steht plötzlich im Fadenkreuz der veröffentlichten Meinung. Man kriegt das Gefühl: Mancher Leitartikler will die Sozialdemokratie möglichst schnell in der nächsten GroKo sehen, um sich bloß die anstrengende Berichterstattung im drohenden Wahlkampf zu sparen.

Egal wie die Sache ausgeht: Wir als Partei sind gerade nicht Herrin des Verfahrens. Wir sind verdammt dazu, zuzuschauen, wie sich im politischen Berlin eine Koalition zusammenfindet. Oder eben nicht. Der Ball liegt jetzt bei anderen. Und dennoch: Wir müssen keine Angst haben. Wieso auch? Wir haben gerade einen Bundestagswahlkampf hinter uns gebracht, bundesweit erfolgreich. Auch wenn uns die Ergebnisse in Sachsen nicht befriedigen können: Die geleistete Arbeit, das ehrenamtliche Engagement der GenossInnen und SympathisantInnen, die uns als Partei im ganzen Land sichtbar gemacht haben, war aller Ehren wert. Deshalb glaube ich, dass wir uns vor Neuwahlen nicht fürchten müssen. Sollten wir 2018 Neuwahlen zum Bundestag erleben, dann werden wir wieder rausgehen, unserer Politik ein Gesicht geben und für eine starke Linke kämpfen. Und ich bin dankbar dafür, dass es so viele Menschen gibt, die daran mitgewirkt haben und mitwirken wollen.