Auch Legenden haben kurze Beine

Auch Legenden haben kurze Beine

Jörn Schütrumpf enttarnt den Kniefall deutscher Linker vor dem Moskauer Diktat nach 1919. Von Wulf Skaun Das Feuilleton bläst 2017 die Revolutionsfanfare. Verbaler Pulverdampf entfacht einen vielkalibrigen Hype um die Russische Großrevolte, das Spektakel auf der Weltbühne vor 100 Jahren. Totgesagte leben eben länger. Die Historikerzunft, auf Jahrestage geeicht, steht den journalistischen Edelfedern nicht nach.




Komintern und Antikolonialismus: Zum Tod des Historikers Hans Piazza

Von Mario Keßler Am 27. November, genau einen Monat vor seinem 85. Geburtstag und zwei Wochen nach seiner Frau Ruth, ist in Leipzig der Historiker Hans Piazza verstorben. Geboren in einer nicht-nazistischen Arbeiterfamilie in Chemnitz, nahm Hans Piazza 1951 das Studium der Geschichte an der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig auf. Ein Jahr später delegierte




Zum 100. Jahrestag an der Newa

Von Reinhold Gläß Es war ein seit langem gehegter Wunsch, den 100. Jahrestag der (früher so genannten) „Großen Sozialistischen Oktoberrevolution“ in der Stadt zu verbringen, die am unmittelbarsten mit diesem Ereignis verbunden ist. Weil wir beide die Stadt aus touristischer Sicht schon mehr oder weniger gut kannten, machten wir uns erst am 5. November auf




Warum rechts? Der Versuch einer Erklärung

Von Juliane Esser Wieso sympathisieren immer mehr Menschen mit Rechtspopulist*innen? Warum gewinnen Parteien wie die AfD und Bewegungen wie Pegida immer mehr Menschen, wo doch die rechtsextreme NPD nie eine solche Massenmobilisierung erreichte? Diesen Fragen nahm sich der Politikwissenschaftler und Psychologe Prof. Thomas Kliche von der Hochschule Magdeburg-Stendal auf der vierten fds-Akademie in der Leipziger




Stadt – Land und das Ende der Solidarität?

Von Daniel Knorr Nicht erst seit dem Landesparteitag debattieren wir die Stärkung des ländlichen Raumes und den Erfolg der LINKEN in urbanen Zentren. Sätze wie „Wir müssen sukzessive die Unterstützung für die Kreisverbände zurückfahren – sie sind nur Kostenfaktoren“ verkennen die Bedeutung und Potentiale des ländlichen Raumes. In vielen Gesprächen wurde deutlich: Wir haben entweder




Erfreuliches, Kritisches und etwas Eigenlob

Andy Sauer mit Gedanken zum vergangenen Landesparteitag in Chemnitz Ziemlich viel ist im Vorfeld des Landesparteitages vom 4. und 5. November geschrieben worden – vieles auch in der Nachbetrachtung. Wir hatten uns bisher kaum zu den Geschehnissen geäußert und wollen das mit einigen wenigen Gedanken nun fix ändern, bevor der Landesparteitag gänzlich in Vergessenheit gerät.




Denkanstöße für ein gutes Leben

Von Ralf Richter Das Buch von Christian Schüle, das in der edition Körberstiftung erschien, heißt „Wir haben die Zeit“. Erst im Untertitel ist die Rede von Denkanstößen. Auf dem Blauen Cover sieht man eine stilisierte Uhr mit Stunden, Minuten und Sekundenzeiger. Ein Menschlein wird vom Minutenzeiger gejagt. Während er gejagt wird, kommt ihm eine Idee,




Keine Angst vor Neuwahlen

Von Antje Feiks Kaum ist der neue Bundestag gewählt, sind die letzten Plakate eingeholt, steht schon wieder alles auf der Kippe. CDU, Grüne und FDP konnten sich nicht auf eine Koalition einigen, die FDP in Person von Christian Lindner hat den Ausstieg gewählt. Die SPD, eigentlich nicht am Verhandlungstisch und durch ihren Vorsitzenden am Wahlabend




Gelacht, gewogen, gewonnen …

Beobachtungen beim 5. Lachmesse-Nachwuchs-Slam. Von Michael Zock Bewusst entschied ich mich für diesen Termin und war am 17. Oktober im Kabarett „academixer“ während des Europäischen Humor- und Satire-Festivals zugegen. Nicht den bekannten, sondern den unbekannten Brett´l-Künstlern gehörte da die Bühne. Erste Beobachtung: Das Publikum im ausverkauften Leipziger Keller war altersmäßig 50plus. Die drei Auserwählten Sandra




Vor 45 Jahren: Viermächteerklärung für Unterstützung des UNO-Beitritts beider deutscher Staaten

Von W. Steffen Einseitig, fernab von den Realitäten, die 1949 zur Proklamierung zweier deutscher Staaten geführt hatten, wurde seitens der BRD am 23. September 1955 die Hallstein-Doktrin verkündet. Diese beinhaltete die These, als alleiniger deutscher rechtmäßiger Staat Deutschland international zu vertreten. Eine diplomatische Anerkennung der DDR zog den Abbruch der diplomatischen Beziehungen durch den Bonner