Die soziale Alternative

von Rico Gebhardt

Quälend langsam tickte die Uhr an diesem Sonntagabend. Wo normalerweise der Tatort flimmern sollte, sollte nun ein Krimi der anderen Art laufen: ein Wahlkrimi. Merkel gegen Schulz. Das Kanzlerduell. Doch das Stück, das dann zur Aufführung kam, war nur eine halbseidene Telenovela über gute und schlechte Zeiten in Zeiten der großen Koalition. Wer auch immer sich ein Momentum für den dahinplätschernden Bundestagswahlkampf gewünscht hatte, wurde enttäuscht. Zu unsicher wirkte Schulz, zu wenig wagte er sich aus der großkoalitionären Deckung. Warum Schulz zum Kanzler wählen? Weil er anders aussieht als Merkel? Anders klingen jedenfalls wollte er nicht. So verlor zum ersten Mal ein Duellant gegen eine rhetorisch schwache Angela Merkel.

Was bleibt aus der Debatte? Nicht viel. Fast die Hälfte der Zeit wollten die Moderatoren über Asyl, Zuwanderung und Terror reden. Teils mit strunzdummen Fragen. Die Kandidierenden ließen sich darauf ein, und so blieben wesentliche Themen auf der Strecke. Rente? Arbeit? Umverteilung von oben nach unten? Die soziale Schere in diesem Land, die unter Merkel immer weiter aufgegangen ist? Nichts.

Wer dazu etwas hören wollte, der musste am nächsten Tag ins Vorabendprogramm schalten oder auf das Länderspiel verzichten. Denn dort standen Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht als VertreterInnen der LINKEN im Duell der vermeintlich kleinen Parteien. Und bezogen klar Stellung für soziale Gerechtigkeit.

Ja, wer sich die tristen 70 Minuten Merkel gegen Schulz angetan hat, der ist am Ende überzeugt worden. Es gibt sie, die soziale Alternative zu Angela Merkels Politik. Sie heißt: DIE LINKE.