Ein eigenes Bild machen: Dr. Cornelia Ernst reist in die Ukraine

von Björn Reichel

Nachrichten zur Ukraine und zur dortigen Situation sind größtenteils einseitig und tendenziös verfasst – egal welche „Seite“ darüber berichtet. Darum ist es nötig, sich ein eigenes Bild zu machen. Cornelia Ernst und ein drei köpfiges Team werden das vom 6. Bis zum 20. Juli in Kiew tun.

Die Tage werden prall mit Terminen gefüllt sein. Von Gesprächen mit dem Deutschen Botschafter, freien Gewerkschafter*innen und linken Aktivist*innen soll sich eine konkrete Einschätzung der politischen Lage des Landes ergeben. Kiew als eines der politischen Zentren des Landes ist der richtige Ort dafür. Auch wird uns die Rosa-Luxemburg-Stiftung, in Person von Nelia Vakohvska, organisatorisch unterstützen und uns mit Rat und Tat beiseite stehen.

Vom Besuch des Botschafters erhoffen wir uns einen Überblick in die Arbeit der Bundesrepublik und der deutschen Stiftungen, die gerade in der Ukraine aktiv sind. Es steht ein Termin zur Informationslage über die Ostukraine an, denn der Krieg dort tobt immer noch und befeuert nationale Tendenzen innerhalb des Landes. In den kommenden Gesprächen und Workshops wird versucht, eine linke Einschätzung des Konfliktes zu treffen, außerhalb des staatlichen Apparates. Freie, somit nicht staatliche, Gewerkschaften werden uns ihre Sicht der Dinge um den ständigen Kampf um Löhne und Gehälter schildern, und wie es dort allgemein um den Arbeitskampf bestellt ist.

Auch werden die Rechte der Minderheiten und auch der Frauen* näher unter die Lupe genommen. Dazu wurden diverse Gespräche mit Aktivist*innen organisiert, die uns über die aktuelle Problemlage und Kämpfe Auskunft geben sollen.

Weiterhin wird es einige Treffen mit der NGO „Soziale Bewegung“ geben, von jungen Aktivist*innen sowie sogenannten „Graswurzelbewegungen“ gegründet worden ist und sich gerade im Parteigründungsprozess befindet. Deren schon beschlossenes Parteiprogramm gleicht zu einem Großteil dem unserer Partei und könnte somit Hoffnung geben, einen zukünftigen Kooperationspartner in der Ukraine zu bekommen. Inwieweit wir dort Hilfestellungen anbieten können, wird von den Gesprächen vor Ort abhängen.

Es ist angedacht, die gesamte Reise filmisch zu dokumentieren, aufzuarbeiten und in Veranstaltungen zu präsentieren. Denn die möglicherweise daraus erwachsenen Kooperationen sollen nicht nur in Hinterzimmern besprochen und beschlossen werden. Transparenz ist ein Anliegen, das wir ernst nehmen.