Die Kultusbürokratie darf Seiteneinsteiger nicht vergraulen!

Am 2. Juni luden der Bautzener Landtagsabgeordnete Heiko Kosel (DIE LINKE) und die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Cornelia Falken, nach Bautzen zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung für Seiteneinsteiger in den Lehrerberuf ein. Ziel war es, Interessierte über aktuelle Entwicklungen zu informieren, aber auch praktizierenden Seiteneinsteigern die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch zu bieten. Dabei wurden starke Versäumnisse seitens der sächsischen Staatsregierung deutlich: Teilnehmende Seiteneinsteiger beklagten, dass sie nicht gut betreut würden. Für Cornelia Falken ist klar: „Der Lehrermangel kam wahrlich nicht überraschend, sondern seit über einem Jahrzehnt wurde unter anderem auch durch Vertreter der LINKEN auf diese verhängnisvolle Entwicklung aufmerksam gemacht, die das stets CDU-geführte Kultusministerium zu verantworten hat. Umso skandalöser, wie nun mit dem Potenzial der Seiteneinsteiger umgegangen wird. So häufen sich Berichte über Weiterbildungschaos, unklare Entwicklungsperspektiven, willkürlich anmutende Einsätze an verschiedenen Schulen und nicht zuletzt fehlerhafte Eingruppierungen bis an den Rand der Lohndrückerei – trotz ungenutzter Finanzmittel für Personal in Millionenhöhe im vergangenen Jahr. Bei der Überbelastung der Lehrerschaft wäre eine höhere Vergütung für alle Lehrer, einschließlich Seiteneinsteiger, wie in anderen Bundesländern üblich, angemessen!“

Der Sprecher der Linksfraktion für Angelegenheiten des sorbischen Volkes, Heiko Kosel, pflichtet bei: „Schilderungen der Seiteneinsteiger an sorbischen Schulen haben die Brisanz des Lehrermangels im Minderheitenschulwesen deutlich gemacht, wo es um Sprach- und Kulturverlust geht. Die zielgerichtete Gewinnung der sorbischen Seiteneinsteiger ist ein dringendes Gebot des Handelns. Die nicht zuletzt auch verfassungsrechtliche Verpflichtung des Freistaates Sachsen gebietet es, die Einstellung sorbischer Seiteneinsteiger nicht dem Zufall zu überlassen, sondern auf der Basis eines durchdachten Konzeptes hierfür zu werben. Es wäre sinnvoll, sich mit einem konkreten Angebot an alle ehemaligen Studierenden des früheren Sorbischen Instituts für Lehrerbildung zu wenden.

Verbesserungsbedürftig ist der Umgang mit sorbischen Seiteneinsteigern seitens der Kultusverwaltung. Hier fehlt wohl das nötige Maß an fachlicher Betreuung und Willkommensbereitschaft. Nachrichten über das Abwandern sorbischer Seiteneinsteiger aus Sachsen nach Brandenburg lassen in diesem Zusammenhang aufhorchen.“