Schlaglichter auf jüdisch-christlich-muslimische Geschichte

von Florian Illerhaus

Am 26. Mai fand in den Räumen des Brückenbauer Chemnitz e.V. in Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung eine besondere Veranstaltung statt. In der Vergangenheit hatte ich bereits mehrere religionswissenschaftliche Vorträge und Diskussionen gemeinsam mit der RLS durchgeführt, doch ging es in der Regel um die Themenfelder Islam, Islamismus und Antimuslimischer Rassismus. Das Publikum bestand überwiegend aus weißen Vertreter_innen der Mehrheitsgesellschaft.

An diesem Abend jedoch waren die Vorzeichen gewissermaßen umgekehrt: Die Veranstalter_innen wollten insbesondere christliche Geflüchtete aus Iran, bzw. Afghanistan erreichen, mein Inputvortrag sollte vor allem die wechselnden Verhältnisse zwischen den „abrahimitischen Religionen“ in Geschichte und Gegenwart behandeln und für das Problem des Antisemitismus sensibilisieren.

Alle Beteiligten standen also vor großen Herausforderungen, schließlich musste der gut besuchte Vortrag auch noch auf Farsi übersetzt werden. Doch aus meiner Sicht haben sich alle Anstrengungen mehr als gelohnt: Historische Beispiele von friedlichem Zusammenleben konnten aufzeigen, dass religiöse Toleranz zivilisatorische Fortschritte ermöglichte, Verfolgungen und religiös verbrämte Konflikte jedoch oftmals Angehörige verschiedener religiöser Minderheiten gleichermaßen betraf. Auch die Entwicklungsgeschichte der Judenfeindschaft, von christlich-begründetem Antijudaismus zum modernen Antisemitismus wurde besprochen, Nationalsozialismus und Holocaust an lokalen Beispielen eindrücklich vor Augen geführt und auf den Staat Israel eingegangen.

In der angeregten Diskussion äußerten mehrere Anwesende den Dank dafür, in einer freiheitlichen Gesellschaft auch diese Themen besprechen zu können – in ihren jeweiligen Heimatländern seien aufgrund der Instrumentalisierung des Nahostkonflikts solche Veranstaltungen undenkbar. Voraussetzung für eine freie Gesellschaft ist ihr Umgang mit Minderheiten, für Antisemitismus und andere Ausprägungen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeiten darf kein Platz sein.

Dass dieser Abend nun den Auftakt zu einer Vertiefung des Themas darstellt, freut mich sehr: Die Gruppe wird sich mit Vertreter_innen der jüdischen Gemeinde treffen und plant bereits eine Exkursion zur Gedenkstätte Buchenwald. Es bleibt zu hoffen, dass zukünftig weitere dieser Diskussionen zur Bekämpfung des Antisemitismus andernorts folgen. Dies wäre eine wichtige Aufgabe, die die Partei DIE LINKE übernehmen sollte – gerne würde ich sie dabei weiterhin unterstützen.

weitere Informationen unter:
www.florian-illerhaus.de