CDU setzt Sicherheit aufs Spiel!

von Rico Gebhardt

Es wird immer absurder: Mit dem Slogan „Endlich Zugang zum Polizeirechner“ wirbt der Freistaat Sachsen seit 2016 um Computersicherheitsexperten. Eine ganz neue Bedeutung bekommt solch ein Slogan, wenn man erfährt, wie schlecht es um die Computer-Ausstattung der Polizei Sachsen steht. Denn das neue Personal wird in den Dienststellen Rechner mit vollkommen veralteter Software vorfinden. Rund 12.000 Polizeicomputer laufen noch mit dem Betriebssystem „Windows Vista“. Betroffen sind alle Arbeitsplatzrechner in allen Dienststellen, wie Innenminister Ulbig auf Anfrage von Enrico Stange mitteilen musste.

Dumm nur, dass die Aktualisierung für „Windows Vista“ seit Mitte April 2017 eingestellt wurde. Die Firma Microsoft hatte darüber lange informiert. Eine Sicherheitsaktualisierung gibt es nicht mehr. Damit ist der Weg für Unbefugte frei, auch an sensible Informationen aus Polizeidatenbanken zu kommen. Abhilfe wird es so schnell nicht geben. Der „Zugang zum Polizeirechner“ ist offen.

Das mag zwar wie eine Episode klingen, zeigt aber einmal mehr, dass die Jagd nach der schwarzen Null und immer größeren Überschüssen inzwischen ans Eingemachte geht. Wir kennen vielfältige Beispiele, doch nun riskiert der Freistaat unter CDU-Ägide nicht weniger als die Integrität und Datensicherheit seiner Sicherheitsorgane. Staat und Verwaltung kosten Geld. Dazu gehören, so banal es klingt, im 21. Jahrhundert auch die Investitionen in die Computer-Infrastruktur. Einmal mehr zeigt sich: Die sächsische CDU setzt die Sicherheit des Landes auf das Spiel. Das zu ändern ist unser Ziel 2019!