Bundeskongress Nr. 10 – und noch immer entschieden Links!

von Daniel Peisker

Die älteren Semester kratzten sich ungläubig an den Köpfen: „Was? 10 Jahre soll das schon her sein?“ Ja, richtig gehört. Auch die linksjugend [’solid] feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Den Aussagen vieler Gründungszeitzeug_innen zufolge hätten damals nur die wenigsten gedacht, dass es dazu kommen würde. Unüberwindbar schienen die politischen Differenzen, zu unterschiedlich die persönlichen Hintergründe und Erfahrungen. Aber sieh an: Uns gibt’s noch immer.

Bevor sich unser Heimspiel-BuKo (er fand im Leipziger Westbad statt) konstituierte, fand eine Podiumsdiskussion zum Thema „Die Linke wieder geil machen“ statt, bei der die Parteivorsitzende Katja Kipping gemeinsam mit unserem damaligen Noch-Bundessprecher Janis Walter und dem Aktivisten Tadzio Müller Möglichkeiten diskutierte, linke Themen und Anliegen insbesondere für junge Menschen attraktiver zu machen.

Doch die richtige Arbeit begann erst Samstagmorgen! Wahlweise gut ausgeruht und gestärkt von Brötchen und Kaffee aus dem Hostel oder direkt von der Party aus dem offenen Abgeordneten- und Projektbüro INTERIM kommend, das in unmittelbarer Nähe zum Tagungsort liegt, ging es nach der Behandlung satzungsändernder Anträge direkt in die Diskussionsrunden zu den Anträgen, die am Vorabend als besonders interessant markiert wurden. Besonders hoch her ging es beim Antrag „Gegen die Kumpanei mit dem politischen Islam“ der Delegation aus Sachsen-Anhalt. Auch die Frage, ob die Linksjugend gar den gesamten Wahlkampf sein lassen sollte, sofern die Genossin Sahra Wagenknecht Spitzenkandidatin bleibt, wurde rege diskutiert, jedoch abgelehnt. Unter dem Titel „Nicht in unserem Namen – gegen die Spitzenkandidatur Sahra Wagenknechts“ beschlossen wir aber eine scharfe Positionierung gegen ihre vergangenen Äußerungen und Vorgehensweisen, die auch auf dem Bundesparteitag im Juni vorgetragen werden soll.

Besonders freuen wir uns darüber, dass unter den 32 beschlossenen Anträgen auch jene drei zu finden sind, die wir als Landesverband Sachsen eingereicht und zuvor auf unseren Landesjugendplena beschlossen hatten: „Kostenfreie Verhütungsmittel für Alle!“, „Für einen Mitgliederentscheid zum Bedingungslosen Grundeinkommen in der Partei DIE LINKE“ sowie „UmFAIRteilen“, in dem wir eine verbindliche Diätenregelung für LINKE Parlamentarier_innen, die sich am durchschnittlichen deutschen Bruttoentgelt orientiert, sowie eine Erneuerungsquote für ihre Fraktionen fordern.

Ein weiterer großer Grund zur Freude ist auch, dass im neugewählten Bundessprecher_innenrat mit Paul Gruber nun wieder ein Quasi-Sachse sitzt, auch wenn er seit Herbst in Thüringen studiert und den Beauftragtenrat nun leider verlassen wird. Wir wünschen dir alles, alles Gute, Paul und sind uns sicher, dass du den Laden rocken wirst. Und allerallerspätestens sehen wir uns im nächsten Frühjahr wieder, wenn es dann zum elften Mal heißen wird: Let’s BuKo!