Wenn Kandidat*innen Bürgerfragen beantworten – meine persönliche Sicht

von Angela Hähnel

Schon zweimal wurden die Direktkandidat*innen aller Parteien im Wahlkreis 164 zu Gesprächsrunden eingeladen. Das ist immer eine spannende Sache. Anfang Februar bat die Mittelstandsvereinigung zum Gespräch. Das war unspektakulär und es wurde ein bisschen geplänkelt, getestet, was geht und was nicht geht und wie die anderen reagieren. DIE LINKE wurde nur über die Diskussion zum bedingungslosen Grundeinkommen definiert. „Wirtschaft“ traut man uns eben nicht zu. Ein Schelm, der Schlechtes denkt, aber diese Veranstaltung sollte ein Heimspiel für die CDU werden. Inhaltslos war der Auftritt des AfD-Kandidaten.

Zur DGB-Veranstaltung Ende März ging es dann richtig zur Sache. Da stand das Thema Rente im Mittelpunkt. Der DGB stellt kurz seine neue Kampagne „Rente muss für ein gutes Leben reichen“ vor. Leider waren diesmal nur CDU, SPD und LINKE anwesend.

Aus meiner Sicht war der SPD-Kandidat schlecht vorbereitet, ich habe nur noch seinen Satz „Meine Partei kämpft für eine gerechte Rente“ im Kopf behalten. An mehr kann ich mich nicht erinnern. CDU-Kandidat Alexander Krauß versuchte die Anwesenden mit Zahlen „totzuschlagen“. Hier lautete der Satz des Tages: „Da die Menschen jetzt länger arbeiten können, bekommen sie jetzt mehr Rente.“ Auf konkrete Fragen gab es leider keine Antwort.

Dem setzte unser Kandidat Klaus Tischendorf gleich die aktuelle Statistik zur Durchschnittsrente entgegen. Trotz längerer Lebensarbeitszeit gibt es fast 60 € weniger Rente. Wer hier die Lacher auf seiner Seite hatte, ist wohl klar. Wobei das nicht zum Lachen ist. Dass Frauen und besonders Alleinerziehende die Rentenverlierer*innen sind, wurde bei SPD und CDU ganz vergessen. Nur auf die Wichtigkeit der privaten Altersvorsorge wurde ganz viel Wert gelegt. Schließlich könnten auch Hartz-IV-Empfänger, Geringverdiener und Alleinerziehende etwas für eine bessere Rente tun. Da frage ich mich, wo die Herren der Regierungsparteien leben?

Was mich an diesem Abend besonders geärgert hat, war die geringe Anwesenheit. Ein paar Gewerkschaftsfunktionäre und die „Fanclubs“ von CDU und LINKE füllten den Saal.