Kein Wildtierverbot in Zwickau

von Thomas Koutzky

Im vergangenen Jahr folgten fünf Stadtratskollegen und ich einer Einladung des in Zwickau gastierenden Zirkus Probst. Wir konnten uns von der Arbeit der Tierlehrerin Stephanie Probst und dem Raubtiertrainer Tom Diek jr. überzeugen. Stadtratskollege Hähner-Springmühl schätzte die Tierhaltung bei Probst als optimal ein. Dem konnte ich mich nur anschließen.

Wichtigstes Kontrollinstrument auf der Grundlage bundeseinheitlicher Regelungen in jedem Gastspielort ist die Anlage 2 zum Tierbestandsbuch, nämlich die Prüfberichte der amtlichen Tierärzte. Das macht den Zirkus zum meist kontrollierten Tierhaltungsbetrieb Deutschlands. Prüfungsgegenstand sind die Beurteilung der Haltungseinrichtung, der Ernährungs- und Pflegezustand der Tiere, die Futtervorräte und deren Qualität, Bemerkungen, Auflagen und der Gesamteindruck des Betriebes. Mit seiner Unterschrift bürgt der amtliche Tierarzt für die Richtigkeit seiner Angaben. Über einen langen Zeitraum legte uns Frau Probst diese Prüfberichte vor, und wir fanden keine negativen Eintragungen.

In Vorbereitung auf die Sitzung des Haupt- und Verwaltungsausschusses nahm ich Kontakt zu Frank Keller vom Zirkus Krone auf und bat um Beurteilung der Videoaufnahmen bei Youtube. Herr Keller antwortete: „Die Videoaufnahmen der Tierrechtsorganisationen entsprechen nicht der Realität.“

In der Verwaltungsvorlage wurde die rechtliche Beurteilung eines kommunalen Wildtierverbotes hinreichend dargelegt, die sich in der Kompetenz des Bundes liegt. Bei einer Enthaltung wurde durch die Mitglieder des Ausschusses ein Wildtierverbot in Zwickau abgelehnt.