Unterstützung für den FC Kallo

Seit mehreren Jahren sind die Bürgerinitiative „Leipzig Korrektiv“ und der Verein Verantwortung für Flüchtlinge e.V. im ungarischen Dorf Kálló tätig. Begonnen hat die Arbeit damit, dass Saatgut ausgegeben wurde, um den Roma die Möglichkeit zu geben, zusätzliche Nahrungsmittel anzubauen. Weiterhin wurde ein Projekt einer schweizerischen NGO unterstützt, das es 18 Bewohnern ermöglichte, ihren 8. Klasse-Abschluss innerhalb eines Jahres nachzuholen, was ihnen die Chance auf eine weitere Ausbildung eröffnet.

Ein weiteres Projekt, das unterstützt wird, ist der Fußballverein FC Kálló. In diesem Fußballclub spielen zu 50 % Roma und zu 50% Nicht-Roma. Als vor mehreren Jahren begonnen wurde, den Fußballclub zu unterstützen, gab es im Dorf einen Bürgermeister, der so rassistisch war, dass er aktiv gegen die Interessen des Vereins vorging. 2015 fanden Kommunalwahlen statt. Der heutige Bürgermeister Buda Baboss wurde von den Roma aktiv und erfolgreich bei der Wahlvorbereitung unterstützt. Der neue Bürgermeister hat sich für die im Ort ansässigen Roma als guter Partner und Förderer erwiesen. Seine Versprechen, den FC Kálló zu unterstützen und sich im Rahmen seiner Möglichkeiten für die Belange der Roma allgemein einzusetzen, hat er bis heute weitestgehend erfüllt. Der FC Kálló hat in der letzten Saison mit nur einem Punkt leider den Aufstieg in die nächsthöhere Liga verpasst.

Der Bürgermeister berichtete jedoch in einem Gespräch mit einem Vertreter des Vereins „Verantwortung für Flüchtlinge“, der BI „Leipzig Korrektiv“ sowie mit Aladár Horvath, Präsident des Roma-Parlament-HU, István Diviák, Vorsitzender des FC Kálló sowie István Marko, stellvertretender Vorsitzender des FC Kálló, davon, dass ein Großteil der Mehrheitsbevölkerung von Kálló (Nicht-Roma) den FC Kálló und die Roma auch weiterhin negativ sehen. Dem will der Bürgermeister trotz des Wissens um die Schwierigkeiten, die ihn erwarten, auch weiter entgegenwirken.

Der Bürgermeister hat seit seinem Amtsantritt die Roma in vielseitiger Weise und auch den FC Kálló aktiv als Fanbeauftragter unterstützt sowie durch ein gefördertes EU-Projekt Arbeitsplätze für fünf Roma im Ort Kálló geschaffen. Im Rahmen dieses Projektes werden mithilfe von Lehm und Stroh sogenannte Bio-Lehmziegel hergestellt. Diese Ziegel werden verwendet, um die im Dorf traditionell aus Lehm gebauten Häuser der Roma zu reparieren. Sehr viele der in Kálló vorhandenen Häuser sind in der traditionellen Lehmbauweise errichtet. Aber aufgrund der extremen Armut, unter der die meisten Roma leben, war es ihnen nicht möglich, sie dauerhaft in einen bewohnbaren Zustand zu halten, so dass heute die meisten Gebäude dringenden Reparaturbedarf haben. Für Besserung setzt sich der Bürgermeister mit dem von ihm initiierten Projekt ein. Auf Bitten der Roma von Kálló sowie auf Bitte des Bürgermeisters wurde der Verein „Verantwortung für Flüchtlinge“ angeregt, ein neues Projekt bezüglich des FC Kálló zu unterstützen.

Der FC Kálló hat einen Sportplatz, aber leider kein Sozialgebäude, in dem Umkleideräume und Duschen vorhanden wären. Der Bürgermeister und die Roma-Vertreter sowie der Vorsitzende des Sportvereins sagen, dass direkt angrenzend an den Sportplatz ein kleines Grundstück mit einer Bauruine steht. Der FC Kálló würde dieses Grundstück inklusive der Ruine (das Fundament ist in Ordnung) kaufen wollen. Der Kaufpreis beträgt 2.000 Euro. Wenn dieses Grundstück gekauft und bezahlt ist, kann der Verein es als Eigenkapital einsetzen, um weitere 8.000 Euro Kredit zu bekommen, um das Sozialgebäude mit Umkleideräumen und Duschen zu bauen. Die Kreditaufnahme soll durch die Vereinsmitglieder, Roma und Nicht-Roma gemeinsam erfolgen. Der Bürgermeister meinte in Abstimmung mit den Roma-Vertretern, dass der Bau in traditioneller ortsüblicher Roma-Bauweise mithilfe der von den Roma hergestellten Lehmziegel entstehen soll. Dies würde bedeuten, dass auch eine Förderung des Projektes der Ziegelherstellung erfolgt und somit auch der Erhalt der fünf neugeschaffenen Arbeitsplätze zeitweise gesichert ist. Das Problem an diesem gesamten Unternehmen ist, dass die 2.000 Euro, die zum Kauf des Grundstückes gebraucht werden, komplett fehlen.

Der örtliche Bürgermeister beabsichtigt, mit den Erfolgen des FC Kálló der örtlichen Bevölkerung bewusst zu machen, dass ein gemeinsames Handeln und Vorgehen, wie zum Beispiel beim Bau des Hauses oder beim gemeinsamen Fußballspielen, ein friedliches und diskriminierungsfreies Zusammenleben in der Dorfgemeinschaft und darüber hinaus möglich ist. Die Sportler und der Bürgermeister haben die Hoffnung, dass sich die Mehrheitsbevölkerung in Zukunft mehr mit dem FC Kálló identifiziert, der nicht nur den Namen des Dorfes trägt, sondern in dem auch Roma und Nicht-Roma gemeinsam nach Erfolgen streben. Wir möchten gern dieses Anti-Diskriminierungs-Projekt unterstützen und bitten um Spenden an

Verantwortung für Flüchtlinge e.V.
Sparkasse Leipzig
Kontonummer: 1090088457
BLZ: 86055592
IBAN: De26860555921090088457
Verwendungszweck: „Projekt FC – Kálló“