Gemeinsam für Kinder!

von Jörn Wunderlich

Kinderrechte sind ein stets aktuelles und leider nicht immer mit der notwendigen Sensibilität beachtetes Thema. Die UNO geht von der folgenden Situation aus: „51 Prozent der knapp 60 Millionen Menschen, die sich auf der Flucht oder in flüchtlingsähnlichen Situationen befinden, sind jünger als 18 Jahre.“ UNICEF befindet, dass weltweit 150 Millionen Kinder arbeiten müssen. Der Blick muss aber nicht in die Ferne schweifen – auch in der westlichen Welt werden Kinderrechte missachtet. Erst Ende Januar legten US-amerikanische Polizisten an einem Flughafen in Washington einem fünf Jahre alten Kind über fünf Stunden Handschellen an. Begründet wurde das Vorgehen mit der angeblichen Gefährlichkeit von Kleinkindern für die nationale Sicherheit. Auch in Deutschland ist die Lage keinesfalls vorbildlich. UNICEF führt beispielhaft „Lehrermangel, ungleiche Chancen und nicht genug Schutz vor Gewalt und Missbrauch“ an. Eines haben die Kinder weltweit gemein: Ihnen werden ihre völkerrechtlich verbrieften Rechte verwehrt. Rechte, die fast von allen Staaten der Welt völkerrechtlich anerkannt und ratifiziert wurden.

Deutschland ist da keine Ausnahme. Seit Jahren wird das Thema im Bundestag von der Tagesordnung getilgt. Erst wird der Punkt auf das Ende der Sitzungswoche gelegt, nur um ihn dann aus Zeitmangel ganz zu streichen. Eine Farce, ebenso wie die Tatsache, dass Kinderrechte noch nicht im Grundgesetz verankert sind, wie es die Initiative „Kinderrechte ins Grundgesetz“ fordert.

Für Kinderrechte muss man sich starkmachen. Deswegen hielt ich im Februar einen Vortrag zu Kinderrechten vor einer 10. Klasse an der Gerhard-Hauptmann-Oberschule in Limbach-Oberfrohna. Dabei ging es in erster Linie um die Vermittlung von Basiswissen. Dazu gehört die Kenntnis der zehn wichtigsten Kinderrechte: Gleichheit, Gesundheit, Bildung, Spiel und Freizeit, freie Meinungsäußerung und Beteiligung, gewaltfreie Erziehung, Schutz im Krieg und auf der Flucht, Schutz vor wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung, elterliche Fürsorge und besondere Fürsorge und Förderung bei Behinderung.

Nur wer seine Rechte kennt, kann sie auch einfordern. Für eine konsequente Umsetzung und Garantie der Kinderrechte weltweit!