Ein spannender Tag ganz nah am Menschen

von Simone Hock

Schuldnerberatung, Seniorenbüro, Rente – gemeinsam mit Susanna Karawanskij war Sabine Zimmermann am 4. April in Zwickau unterwegs. Zunächst ging es zur Schuldnerberatung der Caritas. Der Leiter und seine Mitarbeiterin informierten über ihre Arbeit. 2016 suchten 1.230 Menschen Rat und Hilfe, um ihre finanziellen Probleme in den Griff zu bekommen. Dabei betreut die Caritas sowohl Kurzzeitfälle, denen mit wenigen Gesprächen geholfen werden kann, als auch Langzeitfälle. Diese erhalten langfristige Unterstützung, teils bis zum Privatinsolvenzverfahren und Hilfestellung zur Vermeidung erneuter Schulden. Doch auch die Vermittlung weiterer Hilfsangebote etwa der Suchthilfe, der Wohnungsnothilfe und anderer Angebote ist Teil der Arbeit. Verkompliziert wird diese jedoch durch rechtliche Vorgaben, die etwa die Erteilung von Beratungsscheinen zu Kannleistungen reduziert. So erhalten etwa Arbeitslosengeld I-Bezieher, die zusätzlich ALG II beziehen, aber seit dem 1. Januar der Arbeitsagentur zugeordnet sind, keinen Beratungsschein mehr. Das stellt die Beratungsstelle immer wieder vor Herausforderungen, sollen doch die Hilfesuchenden nicht darunter leiden, dass Schuldnerberatung noch immer keine feste Leistung des Sozialgesetzbuches ist. Hier ist die Politik gefragt, wir werden das entsprechend transportieren.

Auf ebenso engagierte trafen wir im Seniorenbüro des Vereins Aktiv ab 50 e. V. (Foto). Die Vorsitzende und 2. Sprecherin der Seniorenvertretung in Zwickau, Kathrin Fiebig, sowie Christiane Tröger von der Seniorenvertretung informierten über ihre Aufgaben und Herausforderungen. So bemängelte etwa Christiane Tröger, dass die Seniorenvertretung in keinem weiteren Gremium der Kommune vertreten ist. Vorlagen an den Stadtrat würden nicht zur Stellungnahme zur Verfügung gestellt. Die Einflussnahme auf kommunale Entscheidungen sei so sehr eingeschränkt. Der Verein bietet auch ein vielfältiges Angebot in den Bereichen Bewegung/Sport, Weiterbildung, Geselligkeit, Ausflüge, Demenzbegleitung. Dabei bringt er Hilfesuchende und Hilfsbereite zusammen. Eine Bitte wurde geäußert, dass die Projektförderungen nicht mehr an hohe bürokratische Hürden geknüpft werden. Diese Hürden führten dazu, dass bereitgestellte Mittel nicht abgerufen werden (können). Es sei wichtig, Menschen auch zu ehrenamtlicher Arbeit zu befähigen, etwa in dem Fahrtkosten erstattet oder bei der Steuererklärung Aufwendungen für ehrenamtliche Arbeit geltend gemacht werden können. Auch hier bedürfe es der Unterstützung der Politik.

den Abschluss des Tages bildete eine Diskussionsveranstaltung „Das muss drin sein: eine Rente, von der man gut leben kann“. Hier ging es um das Rentenkonzept der LINKEN sowie die Auswirkungen der Arbeitsmarktentwicklung auf die Höhe der Altersrente. Auch die Rentenkampagne des DGB wurde vorgestellt. Sowohl in den Positionen der Referenten Sabine Zimmermann, Susanna Karawanskij und Matthias Eulitz vom DGB als auch in denen des Publikums wurde deutlich: die gesetzliche Rente muss gestärkt, die Riesterrenten in die gesetzliche Rente überführt, die paritätische Finanzierung wieder hergestellt werden. Und schließlich: Alle müssen in die Rentenkasse einzahlen, Lohnarbeiter und Angestellte, Politiker, Beamte und Selbständige. Einigkeit bestand auch darüber, dass das Rentenniveau wieder auf 53 % angehoben werden muss.

Es war ein spannender Tag, der Einblick in soziale und ehrenamtliche Arbeit gewährte, der uns beeindruckende Menschen kennenlernen ließ und Aufträge für unsere Arbeit mitgab. Nochmals herzlichen Dank für die Offenheit und für die weitere Arbeit viel Erfolg, Kraft und Ausdauer. Wo wir unterstützen können, werden wir es tun.