Vor 75 Jahren ermordet: Rosa Menzer

von Prof. Dr. Kurt Schneider

Am 4. Januar 1886 als Tochter eines armen jüdischen Handwerkers in Plungjany/Litauen geboren, wurde Dresden 1910 für Rosa Menzer zur Wahlheimat. Hier lernte sie die deutsche Arbeiterbewegung und deren Geschichte kennen, wozu auch die von ihr besuchten Kurse des Arbeiterbildungsvereins beitrugen. Nach ihrer Heirat mit dem Schriftsteller und Bildhauer Max Menzer trat sie 1912 in die SPD ein. Später wurde sie Mitglied der USPD und danach Mitglied der KPD. In ihrem Wohngebiet in Dresden-Striesen verkaufte sie sozialistische Literatur und trug auf vielfältige Weise zur Wirksamkeit der KPD bei. Sie leitete den „Roten Frauen- und Mädchenbund“ und die Gruppe „Internationale Arbeiterhilfe“. 1924 verstarb ihr Ehemann, womit die Sorge für ihre zwei Töchter allein in ihren Händen lag.

Im November 1933 wurde ihre 16-jährige älteste Tochter wegen ihrer illegalen Tätigkeit im „Kommunistischen Jugendverband Deutschland“ für zehn Monate inhaftiert. 1934 verurteilten die Nazirichter Rosa Menzer zu eineinhalb Jahren Gefängnis. Obwohl sie nach ihrer Entlassung unter ständiger Polizeiaufsicht stand, fand sie dennoch Mittel und Wege zur Teilnahme am illegalen antifaschistischen Widerstand. 1939 brachte sie die Gestapo, ohne ihr die Widerstandsarbeit nachweisen zu können, in das Frauen-KZ Ravensbrück, wo sie bald zu den Organisatoren des geheimen Widerstands im Lager gehörte. Im März 1942 erfolgte ihre Überführung in das Vernichtungslager Auschwitz. Kurz nach ihrer Ankunft, der genaue Tag ist nicht bekannt, wurde Rosa Menzer als jüdische Kommunistin ermordet.

Anlässlich des Internationalen Frauentages 2017 soll ihrer gedacht sein, stellvertretend für zehntausende von den deutschen Faschisten ermordeten Frauen.