Ringen um eine moderne Schule – Schulpolitischer Dialog in Kamenz!

Wie soll in Sachsen die Schule der Zukunft aussehen? Wie können wir die Probleme lösen?

Marion Junge, LINKE Landtagsabgeordnete aus Kamenz, hatte am 19. Januar die bildungspolitischen Sprecher*innen der demokratischen Fraktionen eingeladen, um diese Fragen zu diskutieren. So waren von der Koalition Lothar Bienst (CDU) und Sabine Friedel (SPD) und von der größten Oppositionsfraktion Cornelia Falken (DIE LINKE) angereist. Marion Junge moderierte die Veranstaltung.

Es ging um das neue Schulgesetz und darum, wann es kommt. Lothar Bienst sprach von 50 Änderungsanträgen, die im Februar 2017 eingebracht werden. Sabine Friedel sah noch größere Baustellen bei der beruflichen Bildung, Inklusion und Eigenverantwortung von Schule. DIE LINKE will ein eigenes Gesetz 2018/19 vorlegen, da dieses Schulgesetz nicht zukunftsfähig sei.

Der Lehrermangel wurde ebenfalls heiß diskutiert. Die Koalition hat im Dezember 2016 ein Maßnahmenpaket zur Lehrerversorgung verabschiedet. Cornelia Falken kritisiert, dass zu wenig für die Bestandslehrer*innen getan wird. In Sachsen fehlen viele gut ausgebildete Lehrer*innen, weil die Staatsregierung den Generationswechsel im Bildungsbereich verschlafen hat.

Beim Thema Inklusion gab es größere Kontroversen. Lothar Bienst will grundsätzlich am Konzept der Förderschulen festhalten. Er stellte kurz das Inklusions-Konzept der Koalition vor. Hier mahnte Sabine Friedel an, die Maßnahmen auch mit Ressourcen zu unterlegen. Cornelia Falken begrüßte das überfällige Konzept zwar, wies aber darauf hin, dass Inklusion und Integration zwei unterschiedliche Dinge sind. Es gehe nicht darum, alle einfach in die normale Schule reinzuholen, sondern sie ab der ersten Klasse hineinwachsen zu lassen. Wichtig sei, dass auch die begleitenden Voraussetzungen geschaffen werden, beispielsweise die Diagnostik vor Ort. Sie beklagte, dass dieses Konzept nicht mit den Lehrern abgestimmt worden sei.

Fazit: Will man die Bildung zukunftsfest machen, gibt es in der sächsischen Schullandschaft viel zu tun. Der schulpolitische Dialog ist dafür sehr wichtig, muss fortgesetzt und umgesetzt werden!