DIE LINKE im Kreis Meißen liefert einen Staatssekretär

von Reinhard Heinrich

Das hätten wir uns natürlich nicht träumen lassen: Ein Landtagsabgeordneter aus unserem Kreis, bereits im November 2016 vom Kreisparteitag bestätigt als Kandidat zur Bundestagswahl 2017, wird nach Berlin „abgezogen“. So hieß das damals in der DDR-Kaderpolitik. Die Berliner sind es wohl immer noch gewohnt, im Falle eines Kompetenzbedarfes nach Sachsen zu schauen. Hat sich ja bewährt. Selbst der MDR verfiel in ungewohntes DDR-Deutsch und sprach von „Kaderschmiede“ Sachsen, lange nicht gehört, dieses Wort. Von „nachgefragter Kompetenz“ war sogar die Rede. „Nachfrage“ – ein klassischer Begriff aus der Marktwirtschaft, angewendet auf einen linken Politiker! Wer hätte das gedacht?

Dass Sebastian Scheel bei uns, in seinem Wahlkreis, präsent war, steht außer Zweifel. Dabei hat er sicherlich nicht „das bisschen Landtag nebenbei erledigt“. Erst im Dezember 2016 hat er eine Delegation aus dem Kreis in den Landtag eingeladen und sie gemeinsam mit Fraktionskollegin Kerstin Lauterbach nicht nur bewirtet, sondern auch mit seinen aktuellen Themen vertraut gemacht. Er wird nun einiges davon nicht mehr zu Ende bringen, in Sachsen. Aber er hat Gelegenheit, sich im Dörfchen Berlin ein neues Gebiet zu erarbeiten, „etwas mit Wohnen“, sagt man. So kann er sich frisch halten – und vielleicht denkt er auch manchmal noch an „seinen“ Kreis Meißen zurück, wo er bei so vielen Anlässen vor Ort war und so vielen Menschen einfach mal zuhörte.