Kurze Wege für kurze Beine statt Losverfahren

In Riesa werden seit mindestens 2007 (Grund)Schulstandorte geplant. Seit dem Sommer 2016 soll es losgehen. Planungskosten von etwa einer Million Euro schlugen bereits im Konzept der Stadt Riesa zu Buche. Das sind Kosten, die wir als „Verlust“ ausbuchen mussten. Das neue Konzept lässt wieder den Verdacht entstehen, dass Entscheidungen nicht im Sinne der Kinder und einer optimalen Bildung getroffen wurden. In dem Stadtgebiet, in dem die meisten Kinder leben und die meisten Kindertagesstätten ihr Domizil haben, soll eine Grundschule geschlossen werden. So können die Kindertagesstätten kaum mit den Schulen kooperieren.

In einem anderen Stadtgebiet, in dem die wenigsten Kinder mit ihren Familien leben und die wenigsten Kindertagesstätten vorhanden sind, soll ein Grundschulstandort erhalten bleiben bzw. ausgebaut werden. Damit diese Entwicklung überhaupt möglich wird, werden die Grundschulbezirke aufgehoben. Damit werden in Zukunft nicht selten Lose über den Schulbesuchsort entscheiden. Kinder, die jetzt den Schulweg zu Fuß zurücklegen können, müssten dann den Bus benutzen. Das kann selbst denen passieren, die gegenüber einer Grundschule wohnen. Im Sinne unserer Kinder, ökologisch und ökonomisch kann das nicht die richtige Lösung sein. Die Entscheidungsträger rühmen sich, durch die Schließung einer Schule Kosten zu sparen, bei Betriebskosten und Lehrpersonal. Das spielt der verfehlten Bildungspolitik in Sachsen in die Hände.

Ein Stadtentwicklungskonzept, das vorhanden ist, wird in die Planung gar nicht einbezogen. Nach dem Motto: Was kümmert uns auch unsere Planung von gestern? Die hat allerdings auch schon Planungskosten verursacht. Während das größte Entwicklungspotential einer Stadt gemeinhin in deren Zentrum zu sehen ist, gilt das für Riesa offenbar nicht. Stattdessen wird in die Peripherie investiert und gehofft, dass sich mehr Bürger dort eine Wohnung oder einen Eigenheimstandort suchen. Sollte das allerdings so sein, wären dort neue Einrichtungen wie Kindertagesstätten zu bauen, die vorhandenen Einrichtungen im Zentrum müssten wohl wegen des fehlenden Bedarfs schließen. In jedem Fall sind das Kostenpunkte, die bei der Entscheidung zum derzeitigen Konzept keine Rolle spielten. Das ist aus Sicht der LINKEN zu kurz gedacht.