Zeit für den sozialen Wechsel

„Den Menschen in Deutschland ging es noch nie so gut!“, hat Angela Merkel im Bundestag gesagt – nachdem sie erklärt hatte, ein viertes Mal antreten zu wollen. Ich frage mich: Wen meint sie? Die acht Millionen NiedriglöhnerInnen? Jene Hälfte der Bevölkerung, der eine Armutsrente droht? Die eine Million Beschäftigten in Leiharbeitsverhältnissen? Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst. Merkels Satz dokumentiert ihre Realitätsentrückung.

Deutschland ist sozial zutiefst gespalten. Die oberen zehn Prozent besitzen mehr als die Hälfte des Vermögens, während sieben Millionen Menschen überschuldet sind. Viele wissen nicht, wie sie mit dem wenigen Geld auskommen sollen, egal, ob sie ohne Arbeit sind oder auf Mindestlohnniveau jobben.

Wenn wir nicht wollen, dass die Schere weiter auseinandergeht, brauchen wir den sozialen Wechsel im Land. Dafür stehen wir, DIE LINKE. Wir können die soziale Spaltung niemals akzeptieren. Es gehnt uns nicht um Gleichmacherei, sondern darum, dass Menschen gleichberechtigt am Leben, am gesellschaftlichen Reichtum, teilhaben können.

SPD und Grüne sind nicht per se sozial und schon gar nicht links, aber sie sind es mehr als CDU/CSU, AfD oder FDP. Sie lavieren gerne, wollen nicht klar Farbe bekennen für ein wirkliches soziales Veränderungsprojekt. Wenn das so bleibt, bleibt Merkel alternativlos. Das will ich nicht. Deswegen müssen wir DIE LINKE stärken, weil sie die einzige Partei ist, die im Bundestag garantiert weder Merkel noch Seehofer wählen wird.