Zu Gast beim Verbandswochenende der Jusos Sachsen

von Andy Sauer

Vom 26. August bis zum 28. August fand das Verbandswochenende der Jusos Sachsen im vogtländischen Grünheide statt, fernab von Handyempfang und inmitten von idyllischem Nichts. Das Wochenende stand unter dem Motto „Besser zusammen leben mit Rot-Rot-Grün“, weshalb auch Vertreter*innen von Grüner Jugend und der Linksjugend eingeladen waren. Samstagmorgen machten wir uns also zu dritt auf den Weg und platzten direkt in die erste Panelphase hinein.

Diese bot zwei verschiedene Workshops an. Einer beschäftigte sich mit der Frage, welche Alternativen es fernab der Behörde für Verfassungsschutz – die spätestens seit dem Versagen rund um den NSU in der Form untragbar ist – gibt, um vor allem in der Verfassung geregelte Grundrechte in Zukunft besser schützen zu können. Hier wurden bereits unterschiedliche Ansichten in den Verbänden sichtbar.

Der zweite Workshop ging der Frage nach, wie man sich politische Bildung, gerade auch mit dem Blick auf eine erstarkende Rechte, in Zukunft vorstellt. Nach dem Mittagessen ging es mit der zweiten Panelphase weiter. Wählen konnte man diesmal zwischen einem Vortrag zur Entwicklung und der Ideologie der „Neuen Rechten“ – welchem die Frage nach einem Umgang mit den jeweiligen Gruppen und Vordenker*innen vorangestellt wurde – sowie einem Workshop zu stetig wachsenden Städten und den Umgang mit (negativen) Begleiterscheinungen. Eine genaue inhaltliche Auswertung seitens der Jusos ist noch in Arbeit und wird, wenn sie fertig ist, auch über unsere Verteiler einzusehen sein.

Neben der Vernetzung mit neuen Menschen möchte man aus solch einem Wochenende natürlich auch etwas mitnehmen. Was macht man mit den gesammelten Eindrücken? Vor allem hat sich gezeigt, dass es viele Bereiche gibt, in denen sich die Jugendverbände sowohl in Problemanalyse als auch in der Problembehandlung nahe stehen. Ich würde sogar so weit gehen, dass es Fragen gibt, in denen sich die drei Jugendverbände näher stehen, als das bei Jugendverband und jeweiliger Partei der Fall ist. Deshalb und gerade in Anbetracht zunehmender rechter Stimmungsmache in unserer Gesellschaft und den Parlamenten sollten wir auch in Zukunft Plattformen, wie ein solches Verbandswochenende nutzen, um gemeinsam für eine coole, progressive Politik zu streiten. Jedoch gilt es auch und gerade in den Jugendverbänden, klare Linien zu ziehen, die nicht überschritten werden dürfen.