Heinrich Brandler – Vor 135 Jahren geboren

von Kurt Schneider

Am 3. Juli 1881 geboren, war Heinrich Brandler von Beruf Maurer. 1897 trat er der Gewerkschaft und 1901 der SPD bei. Mit seinem Berufskollegen Fritz Heckert in enger politischer Verbindung stehend, kam Brandler 1913 nach Chemnitz und wurde gemeinsam mit Heckert zum dortigen Wortführer der Linken. Sie lehnten die mit Kriegsbeginn 1914 vom SPD-Parteivorstand verkündete „Burgfriedenpolitik“ ab und vertraten die Plattform der Gruppe „Internationale“, an deren Reichskonferenz am 1. Januar 1916 in Berlin wie auch an der Reichskonferenz der Spartakusgruppe am 19. März 1916 Brandner teilnahm und über die Arbeit der Linken in Chemnitz berichtete. Wegen seiner Antikriegsarbeit war bereits 1915 sein Ausschluss aus der SPD erfolgt.

Während der Novemberrevolution 1918 gehörte Brandler dem Arbeiter- und Soldatenrat in Chemnitz an. Als Organ der Chemnitzer Organisation gab er die Zeitung „Der Kämpfer“ heraus. Von Oktober 1919 bis August 1921 war Brandler Mitglied der Zentrale der KPD. Die 2. Tagung des Zentralausschusses der KPD vom 22. bis 24. Februar 1921 wählte ihn und Walter Stoecker zu Vorsitzenden der Partei und der III. Weltkongress der Komintern 1921 Brandler zu seinem Ehrenvorsitzenden.

Am 18. April 1921 wurde Brandler wegen seines maßgebenden Anteils an der März-Aktion verhaftet und am 6. Juni 1921 zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt. Doch bereits im November 1921 gelangen ihm die Flucht und die Ausreise in die UdSSR, wo er für das Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale (EKKI) tätig war.

Nach der „Rathenau-Amnestie“ kam er nach Deutschland zurück und wurde Sekretär des Politischen Büros der Zentrale der KPD und später dessen Vorsitzender. Im Oktober 1923 gehörte er der Arbeiterregierung in Sachsen als Leiter der Staatskanzlei an. Nach dem KPD-Verbot in Folge der Oktoberniederlage 1923 erfolgte 1924 seine Absetzung als Parteivorsitzender. Als er jedoch in der Folgezeit wegen „opportunistischer Fehler“ und „fraktioneller Tätigkeit“ gemaßregelt und ihm jegliche Tätigkeit in der KPD und KI untersagt wurde, waren ihm die Rechte eines Parteimitgliedes entzogen. Gemeinsam mit August Thalheimer wurde er 1928 zum Mitbegründer der KPD-Opposition [KPD (O)], woraufhin Brandler aus der KPdSU und der Komintern ausgeschlossen wurde. Er gehörte bis 1933 ihrer Reichsleitung an und war Mitherausgeber ihrer Wochenschrift „Gegen den Strom“, die er selbst leitete.

1933 emigrierte Brandler nach Frankreich. Danach lebte er auf Kuba und später in London. Nach seiner Rückkehr nahm er seinen Wohnsitz in Westdeutschland. Am 26. September 1967 verstarb Heinrich Brandler in Hamburg.