Sommer, Sonne, Sozialismus …

von Rico Gebhardt

Neulich wurde ich gefragt, wie meine Parteitagsrede denn nun einzuordnen sei, ob ich mich vom rot-rot-grünen Projekt verabschiedet hätte. Die Antwort darauf ist eigentlich ganz einfach: Wir brauchen in naher Zukunft nicht über Bündnisse zu sprechen, über unsere Gestaltungsoptionen. Die Debatte steht einfach nicht an. Die SPD steckt in der Koalition mit der CDU, mit den Grünen teilen wir die Oppositionsbänke im Landtag. Das wird aller Voraussicht nach bis 2019 so weiter gehen. Warum soll ich also 2016, wo sich um uns herum die politischen Mehrheiten radikal verändern, Blöcke erodieren, jetzt ausgerechnet anfangen, von Koalitionen zu reden? Das wäre eine Debatte in den luftleeren Raum hinein, die nur das Bild einer Politik bedient, die sich um sich selbst dreht, aber die Realitäten im Land nicht wahrnimmt. Jede Debatte hat ihre Zeit. Und jetzt werben wir für Grundsätzlicheres: Für unsere Werte, für unsere Überzeugungen. Wir kämpfen gemeinsam für eine starke LINKE. So nehme ich auch die breite Zustimmung des Parteitages zu unseren beschlossenen inhaltlichen Projekten zur Kenntnis. Die Botschaft sollte bei allen angekommen sein: Wir haben keine Zeit mehr mit Selbstbeschäftigung zu verlieren. Wir verlören dann mehr, als wir gewinnen können. In diesem Sinne: Lasst uns kraftvoll im Herbst an die anstehenden Aufgaben gehen. Seien es die Bundestagswahlen, die sächsischen Impulse für Partei und Gesellschaft oder auch die Aktionen gegen TTIP und CETA. Vorher lasst uns alle Kraft tanken in der anstehenden Sommerpause. In diesem Sinne wünsche ich uns allen: Sommer, Sonne und natürlich bald auch Sozialismus.