Widersprüche sichtbar machen

von Rico Gebhardt

Wir tun wieder das, was wir LINKE am besten können: Wir führen Debatten. In schöner Tradition werden vor Parteitagen wie dem kommenden in Magdeburg von unterschiedlichen Menschen unterschiedlichste Papiere produziert. Ich kritisiere das nicht. Ich mache da ja selbst mit. Und innerparteiliche Kursbestimmung gehört sich für eine lebendige, pluralistische Partei. Dabei werden sicherlich auch Widersprüche sichtbar. Auch das ist Teil von Debatte. Ziel ist dabei stets, Widersprüche zu benennen, aber auch gemeinsam Perspektiven aufzuzeigen, diese gemeinsam zu überwinden und geschlossen nach außen zu treten. Das muss uns auch dieses Mal gelingen.

Warum? Weil wir uns selbst nicht damit begnügen können, innerparteiliche Debatten zu gewinnen. Eine Partei, die sich allzu sehr auf die innerparteiliche Auseinandersetzung konzentriert – so sehr deren Dramaturgie auch eingeübt sein mag –, macht sich in der gesellschaftlichen Debatte überflüssig. Unnötig zu sagen, wie wichtig es gerade jetzt ist, dass eine linke Partei angesichts des manifesten Rechtstrends in dieser Gesellschaft hör- und sichtbar nach außen tritt. Unsere Aufgabe ist es derzeit, gesellschaftliche Widersprüche sichtbar zu machen. Ja, wir verteidigen gerade immer häufiger Grundwerte, die wir selbst für ungenügend und entwicklungswürdig halten. Dazu zwingt uns ein Diskurs, der diese Grundwerte ständig in Frage stellt. Egal ob durch AfD, Unionsparteien oder SPD. Gerade deshalb dürfen wir es jedoch nicht vernachlässigen, unsere Perspektive zu verdeutlichen: jene, die über die Grenzen der jetzigen Gesellschaft hinausweist. Um das sichtbar zu machen, brauchen wir, wie ich finde, ein starkes Signal der Einigkeit und des Aufbruchs. Denn wir können uns mit den Verhältnissen nicht abfinden.