Dresden fördert wieder Ferienlager!

von Tilo Kießling

Die bessere Ausstattung der Kinder- und Jugendhilfe ist für Linke in politischer Verantwortung ein wichtiges Ziel. Dabei geht es aber nicht nur um die finanziell sehr aufwendigen und zu den Pflichtleistungen zählenden Hilfen zur Erziehung, die Landräte und Bürgermeister meinen, wenn sie „Jugendhilfe“ sagen. Es geht auch und vor allem um die freiwilligen Leistungen der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit, die fast überall im ländlichen Raum auf ein Minimum gekürzt wurden und die auch in den großen Städten unter Druck waren.

Die Landeshauptstadt Dresden hat, den neuen politischen Mehrheiten aus LINKEN, Grünen, SPD und Piraten im Stadtrat Rechnung tragend, einen Richtungswechsel vollzogen und mit einer Erhöhung des Jugendhilfeetats um drei Millionen Euro jährlich eine deutliche Budgetsteigerung in diesem Bereich etatisiert. Im Kommunalwahlprogramm der Dresdner Linken war folgendes Ziel enthalten: „Dresden fördert Ferienfahrten bei gemeinnützigen Vereinen für Kinder und Jugendliche auch unabhängig vom Einkommen der Eltern“.
Deshalb beschloss der Stadtrat auch begleitende Hinweise für den Jugendhilfeausschuss, wie dieses Geld ausgegeben werden solle. Dabei war ein Hinweis auf eine verbesserte Förderung von Ferienfreizeiten enthalten.

Nun hat der Jugendhilfeausschuss am 7. Januar 2016 die Konditionen für die Förderung von Ferienfreizeiten beschlossen. Wieder eingeführt wurde eine Unterstützung für alle Dresdner Kinder von 10 Euro je Reisetag, für Kinder mit Dresden-Pass sogar in Höhe von 20 Euro. Dazu kommt noch ein Anteil für die Betreuerinnen und Betreuer. Das sozialpolitische Ziel ist dabei klar: Über die Vergünstigung soll erreicht werden, dass wieder mehr Kinder an diesen niederschwelligen Angeboten teilnehmen. In den vergangenen Jahren hatten sich der Freistaat und fast alle Kommunen komplett aus der Förderung zurückgezogen, die dadurch steil ansteigenden Teilnahmegebühren schreckten den größten Teil der Eltern ab. Sehr viele Vereine haben sich daraufhin aus diesem Arbeitsgebiet zurückgezogen. Das ist, wegen des spezifischen Bildungswertes der Ferienfreizeiten, außerordentlich bedauerlich.

Kinder und Jugendliche können sich in einem Ferienlager außerhalb ihrer gewohnten Gruppen neu ausprobieren, eine andere Rolle einnehmen als in ihrer Klasse oder Sportgruppe. Sie lernen in geschützter Umgebung, auf sich selbst gestellt zu sein, ohne die unmittelbare Beobachtung durch ihre Eltern. Dieser Effekt tritt kaum ein, wenn sich die Schulklasse zur Klassenfahrt aufmacht oder wenn man mit einer Gruppe Bekannter aus anderen Zusammenhängen wegfährt. Betreuerinnen und Betreuer wiederum haben die Möglichkeit, Kinder zu beobachten, zu fördern oder, wenn alles optimal läuft, sogar nach den Fahrten den Eltern Hinweise zu geben.

Nun müssen wir beobachten, ob die angesetzte Summe je Kind und Tag bereits dazu führt, dass von den Eltern akzeptierte Teilnahmebeiträge entstehen und die Nutzung der Ferienlagerangebote zunimmt. Ich persönlich freue mich sehr, dass ein Ziel der LINKEN für die Stadt umgesetzt ist.