Für konsequente Haltung werben

von Rico Gebhardt

Wenn es um Hilfe für Benachteiligte gehe, müsse eine linke Partei konsequent bleiben – auch vor dem Hintergrund anstehender Wahlkämpfe. Das sagte kürzlich der Berliner Landesvorsitzende Klaus Lederer in einem Interview und fügte hinzu: „Ganz ehrlich: wenn uns das zwei oder drei Prozent kostet, dann ist das eben so“.

Dem ist, denke ich, nichts hinzuzufügen. Ja, uns bläst gerade ein rauer Wind entgegen, die Gesellschaft scheint nach rechts zu rücken und alle Parteien – außer uns – scheinen diesen Weg mitzugehen. Vor kurzem noch Undenkbares ist inzwischen im Mainstream der politischen Parteien angekommen. Wer meint, so der AfD das Wasser abgraben zu können, begeht aber einen entscheidenden Fehler: Die Übernahme von Positionen der AfD führt zu einer Normalisierung ihrer Argumente und stärkt sie. Das ist falsch und riskant. Deshalb bleiben wir bei unseren Positionen. Wer nach einer anderen, gerechteren Gesellschaft strebt, kann die in langen Auseinandersetzungen errungenen Positionen nicht mit Blick auf kurzfristige Wahlerfolge schleifen, sondern muss sie verteidigen und um Zustimmung werben.

Wir kriegen für diese Haltung eben nicht nur Ablehnung. Im Gegenteil: Im letzten Jahr sind mit fast 200 neuen Mitgliedern überdurchschnittlich viele Menschen in die LINKE. Sachsen eingetreten. Allein seit der letzten Ausgabe dieser Zeitung haben wir 35 MitstreiterInnen gewonnen. Wir haben weiterhin harte Zeiten vor uns. Aber es stimmt mich positiv, zu wissen, dass wir diese Zeiten mit vielen Menschen durchstehen können, die gerade aufgrund unserer konsequenten Haltung zu uns kommen. Seid herzlich willkommen!