Vollversammlung der Linksjugend [‘solid] Sachsen

von Lisa Becker und Marius Neubert

Ende Oktober fand das Landesjugendplenum (LJP) der Linksjugend in Oschatz statt. Neben Debatten über innerverbandliche Streitthemen standen unter anderem eine Nachwahl sowie zahlreiche Gremienneubesetzungen an, wie beispielsweise des Beauftragtenrates (oberstes Koordinationsgremium). Das Wochenende endete in einer phänomenalen Wahlkampfdankeschönparty der jungen Mitglieder des Landtages Anja und Marco.

Noch am Freitag, nach Konstituierung und Wahl der Kommissionen, bestand die Möglichkeit für die Ortsgruppen, sich und die eigene Arbeit vorzustellen. Auffallend und von Jahr zu Jahr verstärkt ist ein Wegfall von Teilnehmer*innen ländlicher Ortsgruppen zu vermerken. Immer mehr Linksjugendliche ziehen aufgrund der unangenehmen und oft rassistisch geprägten Landbevölkerung, wie auch besserer Verkehrsanbindung und Altersgruppen-bezogenen Angeboten in Großstädte, wo sie viel mehr auf Gleichgesinnte stoßen. Wie vernetzen wir uns also zukünftig mit dem ländlichen Raum?

Noch am gleichen Abend wurde die neue Landeskassenprüfung mit Marlen und Rico besetzt, sowie die Landesschiedskommission mit Cori, Nele, Max und Tilman. Herzlichen Glückwunsch, und möge der Jugendverband nicht allzu sehr auf den Putz hauen, sowie euch Arbeit verursachen.

Am Abend stand noch eine Überraschung auf dem Plan: Es wurde „1, 2, oder 3“ gespielt. Peinlich, aber wahr: Offensichtlich wussten nur wenige Teilnehmer*innen tatsächlich auf die Frage, wofür der Name [’solid] steht, zu antworten (zur Auflösung: sozialistisch, links, demokratisch), präferiert wurde die Antwort: solidarisch, links, demokratisch.

Am darauffolgenden Tag stand die Wahl zur Schatzmeister*in an. Hierbei wurde Marie mit 81,6 % gewählt. Der neue Beauftragtenrat setzt sich für die kommende Legislatur von zwei Jahren wie folgt zusammen: Franzi (Dresden), Josi (Pirna), Lisa (Dresden), Mona (Dresden), Anton (Dresden), Daniel (Naunhof), Florian (Dresden), Marius (Chemnitz), Paul (Plauen) und wie bereits erwähnt Marie (Dresden) als Schatzmeisterin. Des Weiteren erfolgte ein Wahlgang zur Benennung eines Ersatzdelegierten zum Länderrat. Gewählt wurde
William. Herzlichen Glückwunsch!

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war unsere erste Workshopphase mit innerverbandlichen Themen, die schon immer Diskussionspotential mit sich brachten. Beispiele: Awareness, Schwangerschaftsabbruch, wie auch Gendern; mit einem Pro- und Kontra-Input ging es ins Gespräch. Haben einige doch hier hitzige Debatten erwartet, so blieb es überraschend ruhig, wenngleich konträre Meinungen gegeben waren. Das gute Diskussionsklima bot Raum für weitere Ideen zur künftigen gemeinsamen Arbeit und zur Entwicklung von Gedanken.

In der zweiten Workshopphase wurde sich den Themen Schwangerschaftsabbruch, Hochschulpolitik sowie Einführung in das Versammlungsrecht gewidmet. Als Anträge gingen zwei fristgerecht ein. Es wurde eine Handreichung als Leitfaden für kommende BuKo-(Bundeskongress-)Delegierte verabschiedet. Ein weiterer Antrag stellte die Gründung des Regionalverbandes Sächsische Schweiz/Osterzgebirge dar, er konnte aber aufgrund formaler Fehler nicht abgestimmt werden. Eine Ermutigung jener Ortsgruppen, die den Antrag einbrachten: Nehmt das auf dem kommenden LJP im Frühjahr erneut in Angriff.

Am Abend fand die Verabschiedung unseres langjährigen Jugendpolitischen Sprechers (JuPo) Tilman statt. Mit der Übergabe eines hollywoodreifen linksjugend-exclusive Filmplakats werden wir Tille künftig in seiner Karriere als Filmstar begrüßen. Und am Abend? Am Abend brachten wir die Verhältnisse zum Tanzen! Trotz Feiertag, so muss das sein!