Zeit für einen Aufbruch

von Rico Gebhardt

Die Edition von Kurt Biedenkopfs Tagebüchern wurde aus dem Budget der Staatskanzlei mitfinanziert. Sie wollte offenbar sicherstellen, dass auch der Ex-Ministerpräsident anlässlich der 25. Wiederkehr der Gründung des Freistaates ein wenig Aufmerksamkeit erhält. Pikant: Die 307.900 Euro flossen direkt an die Konrad-Adenauer-Stiftung. Das riecht förmlich nach politisch motivierter Korruption.
Auch Antje Hermenau wollte ihren Namen gern auf einem Buchdeckel lesen. Sie veröffentlichte, was sie unter einer Streitschrift versteht. Darin beklagt sie vor allem, dass ihre Anpassung an die Grünen offenkundig gescheitert sei, und zeigt, wie zum Beweis, was nunmehr ihre Agenda sei: So käut sie die rechtspopulistische Propaganda von der angeblich bevorstehenden Umbenennung von Feiertagen im Zeichen der multikulturellen Verständigung wieder oder fragt sich, was dran ist, dass Menschen zu Gegenprotesten gegen PEGIDA genötigt worden seien. Eindrücklicher kann man die eigene These, man sei im linken Spektrum falsch gewesen, kaum belegen.
Es ist die Zeit dicker Papierstapel von ehemaligen Entscheidungsträgern, so scheint es, in den allerlei Belanglosigkeiten und erstaunliche Wandlungen ausgebreitet werden. Ich denke nicht, dass ich mich mit meinem Papier zu unserer Asylposition dort eingereiht habe. Ich denke nicht, dass es an der Zeit ist, in langen Rückschauen zu verweilen oder gar mit den Rechtspopulisten von PEGIDA zu kuscheln. Ich denke, es ist Zeit für einen Aufbruch, einen entschiedenen Blick nach vorn. Die Zeit der Antworten, gerade von links. Ich hoffe, meinen Beitrag dazu geleistet zu haben. Versteht es als Debattenangebot. Mein Papier bekommt ihr von der Fraktion oder hier: http://gleft.de/13Z