Landessenioren-AG mischt sich ein!

von Christine Pastor

Wir müssen uns stärker einmischen. Das war der Grundtenor der Beratung der Landessenioren-AG im November. Geht es doch darum, dass sich das Bild der älteren Generation immer mehr verändert und wir uns in den Kreisen stärker mit Forderungen in die Gestaltung einer ausgewogenen Seniorenpolitik einmischen müssen. Die Diskussionen haben schnell ergeben, dass die Aufgabenstellungen für das Jahr 2015 sehr anspruchsvoll und vielschichtig sind. Es geht eben nicht nur um die über Jahre hinweg geführte Forderung der Anpassung der Ost-Renten an die Westrenten. Die Rente muss den Lebensstandard im Alter sichern und somit der Altersarmut zuvorkommen. Ein Umdenken in der Seniorenpolitik ist dennoch dringend notwendig. Veränderte Leistungsfähigkeit, eigenständige Bedürfnisse, Ansprüche, Vorstellungen und Erlebnismöglichkeiten stellen sich heute anders dar als noch vor Jahren. Unsere Seniorinnen und Senioren haben einen Anspruch auf ein selbstbestimmtes Leben bei gleichzeitigen Mitgestaltungsmöglichkeiten.
Darauf wollen wir eingehen. Geplant ist für das kommende Jahr eine Landeskonferenz zum Thema „Wohnen im Alter“. Bereits die erste Vorstellung des Konzeptes hat in der Diskussion gezeigt, wie umfangreich dieses ist. Hier kurz ein paar Gedanken: Wohnen ist fester Bestandteil der Daseinsvorsorge. Der Mensch steht im Mittelpunkt und hier im Besonderen unsere ältere Generation. Das bedeutet unter anderem, Fragen aufzuwerfen: Welche Infrastruktur steht ihnen im Wohnumfeld zur Verfügung? Wie sieht es in den Kommunen mit der Versorgung mit altersgerechtem, barrierefreiem Wohnraum aus? Sind Umzüge älterer Menschen noch gekonnt und gewollt unter den Bedingungen der Kosten? Wann sollte ein Umzug in betreutes Wohnen oder in ein Altersheim erfolgen? Wie steht es um den öffentlichen Nahverkehr? Welche soziokulturellen Möglichkeiten bestehen? Und das alles betrachtet aus Sicht des städtischen und ländlichen Raumes. Um alle diese Themen zu beraten, werden wir uns im Vorfeld und zur Konferenz Partner einladen. Gute Ideen und Erfahrungen aus den Kreisen nehmen wir gern entgegen.
Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt wird das Thema „Altersbilder“ sein. Hier geht es uns um den Paradigmenwechsel in der Betrachtung des Alters. Es ist notwendig, differenziert an das Altersbild heranzugehen. Ein spannendes Thema wird sicher die Gestaltung der Altenhilfepläne in den Kreisen und kreisfreien Städten sein. Die Diskussion hat ergeben, dass das in den Kreisen sehr unterschiedlich gehandhabt wird, die Pläne unkonkret sind und schon über einen längeren Zeitraum bestehen und keiner intensiven Überarbeitung auf die aktuellen Situationen unterzogen werden. Im Koalitionsvertrag der sächsischen Staatsregierung heißt es: „Wir halten es für notwendig, dass in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt Gremien der Seniorenmitwirkung bestehen“. Welch eine Erkenntnis! Schließlich ist das doch schon seit Jahren eine Forderung der LINKEN. Jetzt müssen wir sie beim Wort nehmen. Es darf nicht nur geprüft werden, wie so vieles auf dem Gebiet des Sozialen im Regierungsprogramm, sondern es muss schnell umgesetzt werden. Dazu gehört auch die entsprechende finanzielle Ausstattung der Seniorenvertretungen. Vorgenommen haben wir uns, mit Unterstützung des Kommunalpolitischen Forums, im kommenden Jahr eine Schulung zur Altenhilfeplanung mit Vertretern der LINKEN in den Seniorenvertretungen der Kreise und kreisfreien Städte durchzuführen.
Also viele Vorhaben, die eine interessante Seniorenarbeit erwarten lassen und in unseren Kreisen und kreisfreien Städten eine konkrete Rolle einnehmen muss. Viele Ideen und Erfahrungen sind gebraucht, und die Landes-AG wird dazu ihren Beitrag leisten.

Christine Pastor ist Mitglied der Senioren-AG, Chemnitz