Landesjugendplenum und Landesjugendtag

von Martin Bretschneider

Vom 7. bis zum 9. November 2014 fand das zweite Landesjugendplenum der linksjugend [’solid] Sachsen, gekoppelt mit dem Landesjugendtag in diesem Jahr, statt. Im beschaulichen Sayda tagten wir an diesem Wochenende, wählten Delegierte, eine neue Schatzmeisterin sowie die neuen Mitglieder des Beauftragtenrates. Neben den Wahlen und Anträgen diskutierten wir in diversen Workshopphasen zu Awareness-Arbeit, politischer Praxis im ländlichen Raum, aber auch darüber, wie es mit dem Jugendverband auf lange Sicht weiter gehen soll.

Obwohl die Anreise aufgrund des Streiks der GDL etwas erschwert war, trudelten am Freitag doch alle Teilnehmer_innen nach und nach ein und wir begannen mit der Konstituierung des Landesjugendtages und des Landesjugendplenums. Die Anreise in das 2.000-Seelen-Dorf war für viele beschwerlich, weshalb man sich dafür entschied, den Abend ruhig ausklingen zu lassen und lediglich einen Film im Tagungssaal zu schauen.

Am Morgen darauf wählten wir zuerst Werner Kujat als unseren neuen Vertreter im Landesrat für die Jahre 2015 und 2016. Anschließend folgten die Wahlen für den Länderrat, aus denen Anna Gorskih und Sinah Al-Mousawi erfolgreich hervorgingen. Während die Wahlkommission die Wahlergebnisse auswertete, fanden die ersten Workshops statt. Auch die nie enden wollende Debatte über die Struktur des Koordinierungsrates (KooRa) wurde von neuem diskutiert. Ein weiterer Workshop befasste sich mit dem Pfingstcamp, versuchte ein Resümee zu ziehen und sammelte erste Ideen für das nächste im kommenden Jahr. Parallel widmete sich ein Workshop dem Rückblick auf den Jugendwahlkampf zur Landtagswahl und wertete diesen aus. Daraufhin wurden die Ergebnisse der Workshops im Plenum vorgestellt. Nun ging man auch schon zur Debatte der Satzungsänderungsanträge über. Abermals ist ein Antrag zur Auflösung des KooRa an der 2/3-Mehrheit gescheitert, da sich einige für eine Beibehaltung des KooRas in der Satzung einsetzten, obwohl auch sie sahen, dass dieser mit starken Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Am späten Nachmittag wählte die linksjugend [’solid] Sachsen außerdem Marie Wendland als neue Schatzmeisterin. Aus der Nachwahl des Beauftragtenrates gingen Marlene Schiewer, Mona Sabha und Mathias Fröck als Gewählte hervor. Das bedeutet, dass die linksjugend [’solid] Sachsen bis zur nächsten Wahl in einem Jahr einen überquotierten Beauftragtenrat hat. Nach all den Wahlen diskutierte man in zwei Seminaren zum einen, wie wir unsere mediale Präsenz verbessern könnten und was man am jetzigen Stand auszusetzen hat. Zum anderen wurden sich Gedanken über politisches Engagement im ländlichen Raum gemacht. Für den Abend hatte man eine Party im Forsthaus Sayda geplant, auf der uns DJ Tschüss EY! mit seiner Musik erfreute.

Der Morgen kam recht schnell, für einige zu schnell. Dennoch schafften es die meisten, sich aufzurappeln. Am Sonntag war für den Beginn wiederum eine Phase mit Workshops geplant. Im Awareness-Workshop wurde darüber gestritten, wie eine eigene Awarenessstruktur der linksjugend [’solid] Sachsen aussehen könnte und nach welchen Prinzipien sie handeln sollte. Da der Workshop zu politischer Arbeit im ländlichen Raum auf sehr viel Resonanz stieß, wurden die Gespräche am Sonntagmorgen weitergeführt. Man suchte Probleme zu analysieren und sich auszutauschen. Dabei trat vor allem die massive Fremdenfeindlichkeit, mit der man sich konfrontiert sieht, hervor, und wie stark diese von der freiwilligen Feuerwehr bis zum Fußballverein ebenfalls verankert ist. Im Workshop zum Thema „Was kommt als nächstes – wie weiter mit dem Jugendverband?“ haben sich viele Pläne für die Zukunft aufgetan. Insbesondere die Debattenkultur wie auch die Vernetzung soll dabei im Vordergrund stehen. Zu allerletzt entschied das Plenum über zwei Anträge. Der Antrag zu Wahlverfahren bezweckte genauere Wahlsysteme, in denen die Wähler_innen Präferenzen zum Ausdruck bringen können. Ein weiterer Antrag hatte das Ziel, die Schaffung einer verbandsinternen Awarenessstruktur auf größeren Veranstaltungen wie dem Pfingstcamp zu fordern. Beide Anträge wurden mit großer Mehrheit angenommen.

Nach diesem Wochenende waren alle Beteiligten sichtlich erschöpft und sicherlich froh, als sie wieder zuhause ankamen. Wir danken allen, die sich mit uns nach Sayda verirrt haben, und freuen uns auf das nächste Landesjugendplenum im Frühling!