Welcome refugees – Flüchtlinge willkommen!

von Simone Hock, Rote Reporter
Vor einigen Monaten wurden die ersten 100 Flüchtlinge, vorwiegend Familien, in Wohnungen in Zwickau-Neuplanitz untergebracht. In einer ersten BürgerInnenversammlung eskalierten der Zorn über die Informationspolitik der Verantwortlichen und die Angst vor den Fremden. In den folgenden Wochen zeigte sich jedoch, dass es in der Zwickauer Bevölkerung auch großes Mitgefühl und Solidarität mit den Geflüchteten gibt, die, aus Kriegs- und Krisengebieten kommend, hier Schutz und Hilfe suchen. Ein Spendenaufruf von Zwickaus Gute Geister wurde von rund 750 Privatpersonen unterstützt mit allem, was man in einem Haushalt so braucht – vom Sofa bis zum Spiegelschrank im Bad, von der einfachen Plasteschüssel bis hin zu Töpfen, Tellern, Tassen sowie warmer Winterbekleidung. Schnell entstand die Idee, eine Gelegenheit zu schaffen, wo sich Anwohner und die Neuankömmlinge ganz ungezwungen kennenlernen können.
Von dieser ersten Idee bis zu den konkreten Planungen dauerte es nicht lang, und am 15. November war es dann so weit. Beim Straßen- und Familienfest in Zwickau, Dortmunder Straße, konnten sich Anwohner und Neuankömmlinge ganz ungezwungen „beschnuppern“. Dank der großen Unterstützung zahlreicher Privatpersonen, die beispielsweise ein unbeschreibliches internationales Mitbring-Buffet zauberten, des Theaters Zwickau-Plauen, des DRK, der Diakonie, der Evangelischen Kirchgemeinden und vieler anderer wurde es ein gelungenes Fest. Die unvermeidbaren Kosten konnten dank der Spendenbereitschaft der LINKEN und der SPD gedeckt werden. Für gute Stimmung gab es Live-Musik und zum Abschluss noch eine Feuershow von Tobias Stiller und seinen Töchtern. Bei strahlendem Sonnenschein und fast 20 Grad war es ein gelungenes Fest, getragen vom Engagement vieler Einzelpersonen und Institutionen und Firmen und mit mehreren 100 Gästen und toller Stimmung. Vielfach wurde der Wunsch geäußert, so etwas zu wiederholen. Das wird von den Organisatoren, zu denen auch der Rote Baum e. V. gehört, gern aufgegriffen. Wir dürfen gespannt sein. Für das nächste Bürgerforum hoffen wir, dass die Stimmung etwas weniger aufgeladen ist und unser Fest einen kleinen Beitrag zu etwas mehr Verständnis leisten konnte. Herzlichen Dank auch an die Mitarbeiter des Ordnungsamtes und vom Polizeirevier, die auf diskrete Weise regelmäßig vorbeischauten und so ein zusätzliches Gefühl der Sicherheit gaben.