Da sind wir wieder – der Sprecherrat der LAG Seniorinnen und Senioren

von Heidemarie Lüth

Der Sprecherrat der LAG Seniorinnen und Senioren wurde am 16.6.2014 in Chemnitz anlässlich der Hauptversammlung der LAG neu gewählt. 17 Genossinnen und Genossen vertreten die Seniorinnen und Senioren der AG aus den Kreisen. In den Diskussionen wurde klar: Wir wollen mehr als nur eine „Spaß-AG“ sein.
In der Landespolitik des Freistaates werden wir meist über Rente und Pflege definiert. Sonst finden wir nicht statt. So geht es auch, aber nicht mit uns! Wir fordern eine neue Kultur des Alters ein. Das setzt die Anerkennung der Lebensleistung der Seniorinnen und Senioren ebenso voraus wie ein anderes Altersbild bei den Regierenden, den Medien und den Parteien. Viele Menschen sind heute nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben länger gesund, autonom und vor allem aktiv. Die Potentiale der Älteren zu nutzen ist eine der Herausforderungen, der wir uns stellen wollen – im Landesverband der Linken in Sachsen.
Um würdevoll und selbstbestimmt im Alter leben zu können, brauchen wir neben einem ausreichenden Einkommen Wohnbedingungen, die der Lebenslage entsprechen; einen ÖPNV, der auf die Bedürfnisse der Älteren eingestellt ist und nicht auf Profit; eine medizinische Versorgung, die zu den Menschen geht und nicht umgekehrt. Selbstbestimmt bedeutet auch die Güter des täglichen Bedarfs selbstbestimmt vorzufinden. In Sachsen ist die Daseinsvorsorge in der Fläche nicht mehr garantiert. Die Mitglieder der LAG wollen da nicht länger zuschauen. Wir haben in ihren Kreisen wichtige Erfahrungen als Kreis- oder Gemeinderäte gesammelt. Unser Wissen wollen wir in den kommenden Monaten erweitern und bündeln. So haben alle Mitglieder der LAG ein Themenfeld in der Bearbeitung übernommen. Lebenslanges Lernen und damit die stetige Erweiterung unseres Wissens ist eine Herausforderung, der wir uns stellen. So wollen wir uns in den kommenden Monaten intensiv und vor Ort insbesondere mit den Themen Wohnen, Altersbilder und der Generationenfrage auseinandersetzen.
Das ehrgeizige Ziel erreichen wir, weil die Mitglieder der LAG inhaltliche Arbeitsgruppen gebildet haben, die ihre Arbeit aufgenommen haben. Wir wollen unser Wissen und Können in den Fachgebieten einbringen, um besonders die Arbeit der Linken in den Kommunen zu unterstützen. Denn hier tobt das Leben oder auch nicht. Die Daseinsvorsorge wird hier positiv garantiert oder eben nicht. Durch umfangreiche Datenerfassungen, Entwicklungsanalysen, Handlungsoptionen und Gesprächen mit den Seniorinnen und Senioren vor Ort wollen wir für uns Ältere Änderungen in den Lebensbedingungen herbeiführen.
Unser Arbeitspensum wird nur in Zusammenarbeit mit unserer Landtagsfraktion, der Bundestagsfraktion und dem Kommunalpolitischen Forum Sachsen umsetzbar sein. Wir werden in den Fraktionen unsere Zielstellungen formulieren und gemeinsame Schritte zur Erreichung festlegen.
Wir sind sicher, dass wie auch schon in den vergangenen Jahren eine enge Verflechtung möglich ist. Neu ist, dass wir konkreter unsere Positionen entwickeln und vertreten werden.
In den vergangenen Jahren haben wir zielgerichtet unsere Forderungen für die Seniorenpolitik in der Linken formuliert. Nicht immer haben wir Erfolg gehabt. Wir haben uns vorgenommen, nicht nur inhaltliche Positionen darzustellen. Wir wollen auch in unserer Partei selbst das, was wir in der Gesellschaft fordern – die Achtung vor der Lebensleistung der älteren Generation und ihre Leistung –, für die Linke und für linke Politik an den richtigen Platz rücken.
In besserer Zusammenarbeit mit dem Landesvorstand sehen wir gute Chancen. Eine wichtige Forderung ist, das Thema Seniorinnen und Senioren in ganzer Breite auf einem Landesparteitag zu diskutieren. In jeder Ausgabe unserer Zeitung werden wir über unsere Arbeit informieren.