„Bildung, Kultur und Soziales sind eins und nicht voneinander zu trennen“

von Franz Sodann

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Bild: Sachsens Linke!

Die Zeiten sind, wie sie sind, sagt man gern und lehnt sich in den Schaukelstuhl, richtet sich ein, zieht sich ins Private zurück. Man geht nicht mehr wählen und empört sich nur noch im kleinen Kreis. Desillusioniert verabschieden sich viele aus der weniger mit Geld und Möglichkeiten gesegneten Bevölkerung und den bildungsferneren Schichten aus dem politischen Entscheidungsprozess und geben damit ein Stück ihrer gesellschaftlichen Teilhabe und auch ihrer Verantwortung auf.
Diese Menschen muss Politik wieder mitnehmen. Sie muss Grundlagen für alle schaffen, sich am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen. Und sie könnte es:
Sechs Billionen Euro Vermögen in Form von Immobilien, Bargeld und Aktien haben die Deutschen angehäuft. 10 % der Bevölkerung besitzen 53 % davon, 50 % der Bevölkerung nichts. Und die Schere spreizt sich weiter. Die Verteilung und forcierte Besitzstandswahrung können ungerechter nicht sein. Die Gelder, die in öffentlicher Hand sind, werden zum Teil in die falschen Richtungen gelenkt, nicht nachhaltig in die Zukunft unserer Gesellschaft investiert. Bildung ist Zukunft. Hier mangelt es an allen Enden. Dabei muss gelten:
Bildung, Bildung und nochmals Bildung! Kostenlos und mit gleichen Chancen für alle, von Anfang an bis zum Schluss! Weg mit dem dreigliedrigen Schulsystem, für gemeinsames Lernen an unseren Schulen. Das ist für mich ein Baustein für die Zukunft der Demokratie, für emanzipierte Bürger, für echte Chancengleichheit in einer gerechten, gemeinorientierten Gesellschaft.
Einen Haken gibt es allerdings: Es bedarf nicht nur der Bildung des Kopfes, sondern auch der des Herzens. Wer könnte das besser als die Kunst und Kultur? Denn sie kann gemeinschaftliche Werte wie Moral, Ethik, Solidarität und humanes Handeln vermitteln.
Als Schauspieler weiß ich um die teils missliche Lage der Kulturbetriebe und die prekäre Lebenssituation vieler Künstlerinnen und Künstler. Vor sieben Jahren habe ich mich selbständig gemacht, mit einer Gastspielagentur für Theater und Lesungen. Meine Intention war und ist es, mit geringem Budget überall dort Kultur stattfinden zu lassen, wo es sie nicht mehr gibt. Dies trifft besonders den ländlichen Raum.
Für den Erhalt, für eine gute Ausfinanzierung und langfristige Planungssicherheit der bestehenden Kulturbetriebe, der Freien Szene, der Theater, Museen, Bibliotheken etc. und für deren ressourcennutzende Vernetzung lohnt sich jeder Einsatz. Sollte ich am 31. August – über ein Direktmandat oder über die Landesliste – in den Sächsischen Landtag einziehen, wären Kultur, Bildung und Soziales die Bereiche, die mir am Herzen liegen. Ich bin motiviert und freue mich darauf, dafür zu streiten. Für einen politischen Wandel in unserem Land.