DIE LINKE auf dem Campus

Vom 17.5. bis 28.6 war die Hochschultour der Fraktion auf verschiedenen Stationen in Sachsen anzutreffen. Der wissenschafts- und hochschulpolitische Sprecher und Vorsitzende des Ausschusses für Wissenschaft und Hochschule, Kultur und Medien, Prof. Gerhard Besier war unterwegs, um vor Ort gemeinsam mit den linken Hochschulgruppen und Abgeordneten das Gespräch mit den Hochschulangehörigen zu suchen.

Zur Diskussion steht derzeit vor allem der aktuelle Entwurf des Hochschulentwicklungsplanes Sachsen (HEP), den das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst vorgelegt hat. Er sieht unter anderem vor, den Standort Reichenbach zu schließen und die einzelnen Studiengänge, also die Architektur und die Textil- und Ledertechnik auszulagern, zum Beispiel nach Zwickau. Auch die weiteren Ideen der Expertengruppe des Ministeriums, z.B. die Einführung von verschiedenen Wissenschaftsräumen, wirken eher wie gewürfelt als durchdacht.

„Exzellenz für alle“ – so lautet der provokante Titel der Broschüre, mit der die Fraktion ihr hochschulpolitisches Modell vorstellen will und die auf der Hochschultour verteilt wird. Zwei Punkte seien im Folgenden kurz vorgestellt.

Eine Sache, der mir besonders am Herzen liegt, ist die Gleichstellung an den Hochschulen. „Nach wie vor sind Frauen in den Leitungspositionen von Hochschulen stark unterrepräsentiert – mit jeder weiteren Karrierestufe rückt Gleichstellung weiter in die Ferne.“ Aus eigener Erfahrung – ich hatte in meinem gesamten Studium nur drei Dozentinnen – und, weil auch bzw. selbst der wissenschaftliche Raum immer noch von althergebrachten Männerbünden dominiert wird, ist es wichtig, dass sich DIE LINKE für eine aktive Gleichstellungspolitik an den Hochschulen stark macht. Dazu gehört die Förderung von jungen Wissenschaftlerinnen genauso wie die Einführung einer Frauenquote in den Gremien der akademischen Selbstverwaltung. Leider scheitert man zur Zeit selbst an der Stimme der Studierenden. Aber die linken Hochschulgruppen vor Ort werden nicht müde, auf dieses Problem aufmerksam zu machen, und arbeiten mit Partei und Fraktion Hand in Hand.

Ein weiteres immerfort aktuelles Thema sind die Studiengebühren. „Was, in Sachsen haben wir doch gar keine!“ mögt ihr nun denken. Das stimmt, aber der Koalitionsvertrag sieht Langzeitstudiengebühren vor, und es können derzeit schon Gebühren für ein Zweitstudium erhoben werden. Hier ist die einzig richtige Antwort ein klares Nein! Individuelle Lerngeschwindigkeit, ehrenamtliche Tätigkeit (auch) außerhalb der Universität und auch die –  leider notwendige – Erwerbsarbeit müssen berücksichtigt werden.

Auf der Homepage der Landtagsfraktion kann man die Stationen der Tour noch einmal nachverfolgen, sich die Broschüre in Gänze durchlesen und sich auch mit Bildern von der geglückten Tour überzeugen lassen.

Kristin Hofmann

 

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