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fragt Peter Porsch in seiner Exklusiv-Kolumne für ###. Die erste Kolumne erschien in ### 7-8 2008
In diesen Tagen kommt es schon mal vor, dass der Spritpreis über Nacht um zehn Cent steigt. Da muss gar nichts Besonderes oder Aufregendes passieren. Es braucht in dieser Nacht kein neuer Konflikt in der Welt ausbrechen. Deutschland muss deswegen kein Fußballspiel verlieren, kein Erdbeben, kein Meteoriteneinschlag, nichts dergleichen. Es ist der Markt, der das so macht und bestimmt. Aber wer ist der Markt? Er ist der Ort des Ausgleichs von Angebot und Nachfrage. Aha, denkt man und sucht den Ort und erkennt, im Grunde ist es kein Ort nirgends. Denn wird das Öl in Rotterdam mal kurzzeitig billiger, so bleibt es dennoch an der Tankstelle teuer oder der Preis steigt sogar noch. Die Ölkonzerne machen Höchst- und Rekordgewinne, nirgends aber Konkurrenz, die sich mit weniger und dennoch ausreichendem Gewinn zufrieden geben würde, und auch alle Nachfrage wird noch allemal, wenn auch immer teuerer bedient, obwohl es doch zu wenig Angebot geben müsste, wenn auf einem Markt der Preis steigt. Also nirgends Markt. Und das Gas? Davon gibt es doch genug und gar nicht so teuer. Aber der Preis ist an den Ölpreis gebunden. Wieso denn das? Nun das entspricht alten vertraglichen Regelungen, hört man. Man kann auch sagen, es folgt Absprachen zwischen Erzeugern bzw. Konzernen. Aber keine Kartellbehörde weit und breit, die das aufregen würde. Auch nirgends ein Staatsanwalt, der gegen die Öl-Konzerne einschreiten möchte, weil die Preise langsam die die freie Zufahrt zur Arbeitsstelle von z.B. Pendlern doch beschränken könnten. Irgendwann werden sich viele die notwendigen Fahrten nicht mehr leisten können. Wer denkt, das könne man einfach ändern, z.B. durch den Markt, der irrt, wie der Mensch eben irrt, so lang er lebt, und verfällt sozusagen der Milch der frommen Denkungsart. Aber halt, weil wir gerade bei der Milch sind: Da geht das doch! Wenn die Milchbauern zehn Cent mehr für den Liter Milch wollen, können sie nicht so einfach den Preis erhöhen. Und wenn sie die Zufahrt zur Molkerei blockieren, droht der Staatsanwalt wegen Beeinträchtigung der Mobilität der zwischen Molkerei und Supermärkten pendelnden Kraftwagen. Die Kartellbehörde ist auch schon auf den Plan getreten wegen der Absprachen zwischen den Milchproduzenten zum Lieferstopp. Wie sagt der Volksmund? „Die Kleinen hängt man, die Großen …“ Aber ich habe da einen Vorschlag: Man könnte doch den Benzinpreis an den Milchpreis koppeln!

Besser wäre, den Milchpreis an den Benzinpreis zu koppeln. Da würde ich mir sofort eine Kuh kaufen.
Freundlichst
F.W.
Hallo Herr Frank Weise,
die neoliberalen Zentralbänker machen das bereits.
http://www.bundesbank.de/download/ezb/monatsberichte/2008/200807.mb_ezb.pdf
Einfach herunterladen und auf die Seite 39 schauen. Öl, Energie und Mittel zum Leben sind auf einen Gesamtindex gesetzt.
Auf der Welt verhungern Menschen, ganze Ernten werden an der Börse gehandelt. Die EU zahlt Stilllegungsprämien für landwirtschaftliche Nutzflächen. Desto knapper, desto teurer, desto profitabler.
Genmanipulierer patentieren sich das, was auf dem Globus zur menschlichen Ernährung heranwachsen kann. Patentierung und Patenthandel mit gesundheits und lebensrettender Eigenschaft? Nahrungsmittel werden verstromt. Profit vor Leben? Statt Saat- und Erntemaschinen zu bauen wird die Rüstungsindustrie angeheizt.
Morden im Krieg wegen Öl, wegen Lebensmittel, wegen Zugang zum Wasser?
Was ist der Markt?
Unter dieser neoliberalen Herrschaft für viele Menschen tödlich.
Geben, Teilen, Nehmen und Leben am Altar nur zum Abendmal und Erntedank?
Was ist christliche Politik der CDU/CSU? Was ist an Neoliberal Sozial?
Welche von denen haben wohl nicht mehr gesehen, wie mann einen an das Kreutz nagelt.
Das ist nicht die Botschaft.
“Ich lebe, so sollt auch Ihr leben” (Wort des Kirchenjahres?)scheint da in den falschen Hals gerutscht zu sein.
Eine Politik nach den Gewinnerzielungsabsichten immer weniger Spekulanten hat mit Demokratie nichts am Hut. Ungebremster Geiz und die Gier einiger immer weniger zerstört Leben und auch den sogenannten Markt.
Christliche, soziale, demokratische Politik kann ich am häufigsten sehr wohl bei der Die Linke entdecken.
Viele Grüße
Th.P.